Ex-Siedlungschef in Primorje wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht
Ein ehemaliger Siedlungsoberhaupt im russischen Primorje-Gebiet muss sich nun wegen des Vorwurfs der Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Wasser- und Abwassersysteme illegal an private Unternehmen übertragen zu haben. Durch sein Handeln sollen Anwohner und Betriebe höhere Tarife zahlen müssen.
Zwischen 2022 und 2025 soll der Ex-Chef der Siedlung Gornyje Kljutschi die örtliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung an kommerzielle Firmen übergeben haben. Ermittler werfen ihm vor, dies ohne Ausschreibungsverfahren oder einen ordnungsgemäßen Konzessionsvertrag getan zu haben. Die Transaktionen hätten ihm demnach persönliche Vorteile eingebracht, während gleichzeitig die Kosten für die Bevölkerung stiegen.
Bereits zuvor hatte das Schiedsgericht des Primorje-Gebiets seine Pachtverträge für rechtswidrig erklärt. Trotz dieses Urteils wurden die Übertragungen fortgesetzt. Die Behörden haben ihn nun nach Artikel 286, Absatz 3 Buchstabe e des russischen Strafgesetzbuchs angeklagt, der den Machtmissbrauch durch Amtsträger regelt.
Der Fall wurde an das Bezirksgericht Kirovski zur Verhandlung überwiesen. Bei einer Verurteilung drohen dem früheren Funktionär empfindliche Strafen nach russischem Recht.
Im Prozess wird geklärt, ob der Ex-Leiter der Siedlung seine Position für finanzielle Vorteile ausgenutzt hat. Zudem könnte das Urteil Aufschluss darüber geben, wie sich die illegalen Übertragungen auf die Wasser- und Abwassergebühren der Bürger auswirkten. Ein Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.






