27 March 2026, 12:41

Extremwetter und Handelsbarrieren bedrohen globale Nahrungsmittelversorgung 2024

Balkendiagramm, das die globalen Handelsvolumina von Weizen, Grobkörner und Sojabohnen/Sojabohnenprodukten zeigt, mit farbcodierten Kategorien und begleitendem erklärendem Text.

Extremwetter und Handelsbarrieren bedrohen globale Nahrungsmittelversorgung 2024

Globale Nahrungsmittelmärkte stehen 2024 vor neuen Herausforderungen, da extremes Wetter und Handelsbeschränkungen die Versorgungslage weiter verschärfen. Die Produktion von Weizen, Reis und Speiseöl gerät unter Druck, während wichtige Exportländer Mühe haben, die Nachfrage zu decken. Käufer wie China und Indonesien müssen nun nach alternativen Bezugsquellen suchen, um stabile Lieferungen zu sichern.

Das Landwirtschaftsjahr 2023/24 begann mit einer gewissen Entspannung, als sich die Preise für Weizen, Mais und Sojabohnen stabilisierten. Verbesserte Lieferketten und nachlassende Rezessionsängste beruhigten die Märkte. Doch gegen Ende 2023 zeichneten sich neue Belastungen ab: hohe Düngemittelkosten durch Energiekrisen, steigende Transportausgaben in Brasilien und der EU sowie strengere Importvorschriften im Rahmen der EU-Entwaldungsverordnung. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten, was die ohnehin begrenzte inländische Produktion zusätzlich belastete.

Das Wetterphänomen El Niño hat die Erträge weiter durcheinandergebracht. Während starke Regenfälle in Südamerika die Ausfuhren von Mais, Weizen und Sojabohnen aufrecht erhalten, hat die Dürre in Asien die Reisproduktion drastisch reduziert. Indien, der weltweit größte Reisanbauer, verhängte 2023 Exportbeschränkungen und trieb die Preise damit auf ein 15-Jahres-Hoch. Nun plant das Land, 2024 erstmals seit sechs Jahren wieder Weizen zu importieren, nachdem Dürren die eigenen Reserven bedrohten.

Auch Australiens Weizenbauern, die zweitgrößten Exporteure weltweit, sehen sich neuen Problemen gegenüber: Extreme Hitze hat die Böden vor der Aussaat im April ausgedörrt. Gleichzeitig wird die Palmölproduktion 2024 zurückgehen, da El Niño die Erträge schwächt und die Kosten für Speiseöle in die Höhe treibt. Das Wetterphänomen könnte noch bis mindestens Mai anhalten und damit die Risiken für Ernten in Asien und Australien verlängern.

Da große Weizenexporteure ihre Lieferungen drosseln und die Reisvorräte schrumpfen, müssen Käufer nun über traditionelle Märkte hinausschauen. Höhere Transport- und Düngemittelkosten werden die Nahrungsmittelpreise noch weit ins Jahr 2024 hinein belasten. Die kombinierten Auswirkungen von Klimaveränderungen, Handelspolitik und steigender Nachfrage führen zu einer knapperen Versorgung mit Grundnahrungsmitteln im kommenden Jahr.

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