31 March 2026, 12:02

EZB plant Notfallstrategie nach Ölpreisschock durch Iran-Krieg

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt grafische Darstellungen in Blau und Grün.

EZB plant Notfallstrategie nach Ölpreisschock durch Iran-Krieg

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach dem starken Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Kriegs einen flexiblen Reaktionsplan skizziert. Seit Ende Februar 2026 sind die Rohölpreise um fast 60 Prozent explodiert und liegen nun nahe dem 95. Perzentil der von der EZB prognostizierten Preisspanne. Die Strategie der Bank stützt sich auf drei mögliche Vorgehensweisen, die davon abhängen, wie sich der Energieschock entwickelt.

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Die Ölmärkte sind seit Beginn des Konflikts im Iran Ende Februar volatil. Die Nordsee-Sorte Brent erreichte Ende März 107,36 US-Dollar pro Fass, während der Preis für West Texas Intermediate (WTI) bei 102,63 US-Dollar lag – ein Anstieg von fast 60 Prozent seit Kriegsbeginn. Kurzzeitig kletterten die Preise auf fast 120 US-Dollar, angetrieben durch die Blockade der Straße von Hormus, blieben jedoch unter den Extremwerten der Ölkrise der 1970er-Jahre. Vor dem Krieg hatte das OPEC-Öl 2025 noch bei durchschnittlich 70 US-Dollar pro Fass gelegen.

Die EZB hat drei mögliche Szenarien basierend auf den wirtschaftlichen Folgen des Krieges entworfen. Im ungünstigen Fall würde die Wirtschaftsleistung bis Ende 2026 stagnieren, bevor eine langsame Erholung einsetzt. Die Gesamtinflation würde auf etwa 4 Prozent hochschnellen, sich dann aber schnell wieder zurückbilden, ohne die Kerninflation nennenswert zu beeinflussen. Die Reaktion der Bank bliebe hier begrenzt und würde voraussichtlich nur einige Zinserhöhungen in diesem Jahr umfassen.

Ein schwerwiegendes Szenario hingegen würde eine leichte Rezession auslösen, verursacht durch einen tiefergehenden Energieschock. Die Inflation bliebe länger über dem Zielwert, und auch die Kernpreise wären erhöht. In diesem Fall warnt die EZB vor einer entschlossenen geldpolitischen Gegenmaßnahme, um die Inflation einzudämmen – was jedoch die Rezession verschärfen würde. Die endgültige Strategie der Bank hängt davon ab, wie intensiv und langanhaltend der Schock ausfällt und wie er sich auf die Gesamtwirtschaft auswirkt.

Der Plan der EZB bleibt zwar allgemein gehalten, ist aber anpassungsfähig konzipiert, um auf die weitere Entwicklung reagieren zu können. Die aktuellen Ölpreise bewegen sich bereits an der Obergrenze der Bankprognosen, sodass kaum noch Spielraum für weitere Überraschungen bleibt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob eine behutsame Anpassung ausreicht oder ob stärkere Maßnahmen notwendig sind, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

Quelle