Fannie Mae: Warum die Aktie trotz 51-Prozent-Rallye noch tief im Minus steckt
Emil LangeFannie Mae: Warum die Aktie trotz 51-Prozent-Rallye noch tief im Minus steckt
Die Aktie von Fannie Mae hat in den letzten Monaten starke Schwankungen erlebt. Zwar kletterten die Papiere am 30. März an einem einzigen Tag um 51,2 %, liegen aber weiterhin 55,7 % unter ihrem 52-Wochen-Höchststand. Die Stimmung unter Anlegern hat sich verschlechtert, da die Hoffnungen auf eine Privatisierung unter der zurückhaltenden Haltung der aktuellen Regierung schwinden.
Der plötzliche Kursanstieg folgte auf eine Äußerung des Milliardärs Bill Ackman, der Fannie Mae und Freddie Mac in den sozialen Medien als "lächerlich unterbewertet" bezeichnete. Seine Investmentfirma Pershing Square Holdings hält fast 10 % beider Unternehmen. Der Rallye trieb den 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) von Fannie Mae auf 56,95 – ein Zeichen für starken Aufwärtsdruck.
Im Jahresvergleich verzeichnet die Aktie zwar ein Plus von 7,27 %, seit Januar hat sie jedoch 34 % verloren. Der Rückgang spiegelt gedämpfte Erwartungen an eine Privatisierung wider. Unter der Harris-Regierung bleibt Fannie Mae in staatlicher Zwangsverwaltung, wobei die Verantwortlichen die Stabilität des Wohnungsmarkts über eine Verringerung der staatlichen Kontrolle stellen. Dies steht im Kontrast zu früheren Prognosen, wonach eine mögliche zweite Amtszeit Trumps bis Mitte 2025 eine Privatisierung vorantreiben würde.
Trotz der Volatilität zeigen die Finanzkennzahlen von Fannie Mae Stabilität: Die Nettoumsätze blieben im vierten Quartal 2025 mit 7,33 Mrd. US-Dollar auf Vorjahresniveau. Die Aktie wird derzeit mit einem bereinigten Kurs-Umsatz-Verhältnis (KGV) von 1,43 gehandelt – deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 2,72. Analysten stufen sie weiterhin mit "Moderate Buy" ein; das durchschnittliche Kursziel deutet auf ein Aufwärtspotenzial von 87,9 % hin.
Unterstützung erhält Fannie Mae zunehmend von prominenten Investoren. Michael Burry, bekannt für seine Vorhersage der Immobilienkrise 2008, schloss sich öffentlich Ackmans optimistischer Einschätzung an. Ohne konkrete Fortschritte bei der Privatisierung bleibt die langfristige Perspektive der Aktie jedoch ungewiss.
Trotz der jüngsten Gewinne wird Fannie Mae im Vergleich zu Mitbewerbern weiterhin mit einem Abschlag gehandelt. Die Zurückhaltung der Harris-Regierung, die Zwangsverwaltung zu beenden, hat die Privatisierungshoffnungen gedämpft. Anleger müssen nun abwägen zwischen kurzfristigen Kursaufschwüngen und den übergeordneten Marktrisiken. Analysten sehen dennoch erhebliches Aufwärtspotenzial – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen ändern sich.






