26 March 2026, 00:01

Förderstopp für Integrationskurse bringt Sprachschulen in die Krise

Plakat mit Ankündigung von Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse für Flüchtlinge mit mehreren Personen im Hintergrund, die Taschen halten.

Förderstopp für Integrationskurse bringt Sprachschulen in die Krise

Bundesinnenministerium stellt Förderung für freiwillige Integrationskurse ein

Ende 2022 stoppte das deutsche Bundesinnenministerium die Finanzierung freiwilliger Integrationskurse. Seit Februar 2023 konnten sich nur noch bereits genehmigte Teilnehmerinnen und Teilnehmer anmelden. Die Maßnahme hat viele Sprachschulen, darunter die Berliner Babylonia Sprachschule, in finanzielle Unsicherheit gestürzt und die Nachfrage nach ihren Angeboten sinken lassen.

Die Babylonia Sprachschule in Berlin spezialisiert sich auf Sprach- und Integrationskurse für Migrantinnen, Migranten und Geflüchtete. Besonders bei queeren Lernenden hat sich die Schule einen Namen gemacht – das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vermittelt zunehmend trans Personen in ihre Programme. Für jede über das BAMF angemeldete Teilnehmerin und jeden Teilnehmer erhält die Schule 435 Euro Förderung.

Vor den Kürzungen war Babylonia stark von diesen staatlich finanzierten Kursen abhängig. Nun müssen Selbstzahlerinnen und Selbstzahler tiefer in die Tasche greifen: Ein Modul kostet bei Babylonia 250 Euro, während Berliner Volkshochschulen 235 Euro verlangen. Trotz der finanziellen Belastung gibt es keine klaren Daten darüber, wie sich die Teilnehmerzahlen seit den Einschränkungen im Februar 2024 entwickelt haben.

Der Bundeshaushalt für Integrationskurse bleibt mit einer Milliarde Euro für 2026 auf dem Niveau der Vorjahre. Dennoch hat der Förderstopp Lücken in der Unterstützung hinterlassen. Ehrenamtliche Initiativen wie das Sprachcafé Waschküche in Berlin-Mitte springen ein und helfen denen, die keinen Anspruch mehr auf staatlich geförderte Programme haben.

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Die Kürzungen erschweren es Migrantinnen und Migranten, Deutsch zu lernen, einen Job zu finden und sich in der Gesellschaft einzuleben. Ohne Zugang zu bezahlbaren Kursen drohen vielen längere Wartezeiten bis zur Arbeitsaufnahme und einem stabilen Leben.

Die Fördersperre hat den Zugang zu Sprachkursen für Zuwandernde grundlegend verändert. Schulen wie Babylonia müssen sich auf weniger staatlich geförderte Teilnehmende einstellen, während Ehrenamtliche die Versorgungslücken für diejenigen schließen, die ohne Unterstützung dastehen. Die langfristigen Folgen für die Integrationsbemühungen sind noch unklar – die unmittelbaren Herausforderungen für Lernende und Anbieter jedoch deutlich spürbar.

Quelle