25 April 2026, 06:42

Fracking-Debatte in Großbritannien: Comeback oder Risiko für Umwelt und Sicherheit?

Eine Gruppe von Menschen in Masken, die eine pinkfarbene Fahne mit der Aufschrift 'Wir haben genug von fossilen Brennstoffen, kämpft gegen den extraktiven Kapitalismus' tragen, auf einer Straße mit Schirmen, Gebäuden, Bäumen, einem Pfahl und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Fracking-Debatte in Großbritannien: Comeback oder Risiko für Umwelt und Sicherheit?

Fracking könnte nach fünfjähriger Pause im Vereinigten Königreich ein Comeback erleben, da der politische und wirtschaftliche Druck zunimmt. 2019 hatte die Regierung die Praxis nach einem Erdstoß der Stärke 2,9 in der Nähe einer Bohrstelle in Lancashire de facto verboten. Nun hat Nigel Farage, Vorsitzender der Reform UK, angekündigt, Fracking im Rahmen einer ehrgeizigen Energiestrategie wiederzubeleben.

Sein Plan sieht vor, die Gasförderung an zwei großen Standorten zu beschleunigen – im nordenglischen North Lincolnshire sowie im Jackdaw-Gasfeld in der Nordsee. Gleichzeitig arbeiten kleinere Fracking-Projekte bereits ihren Weg durch das britische Planungsverfahren.

Doch der Widerstand gegen die Rückkehr des Frackings hält an. Erst kürzlich lehnte der Rat von North Yorkshire Pläne für eine "Mini-Fracking"-Anlage im Ort Burniston ab, wo das Unternehmen Europa Oil and Gas 41 Milliarden Kubikfuß Gas fördern wollte – genug, um 130.000 Haushalte zu versorgen. Das Unternehmen hat inzwischen angekündigt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Befürworter argumentieren, dass kleinere Fracking-Vorhaben keine Erdbebenrisiken bergen, und verweisen auf Standorte wie West Newton und Wressle, wo bisher keine seismische Aktivität registriert wurde. Umweltschützer hingegen fordern die Regierung auf, eine vermeintliche "Schlupflücke" im Moratorium von 2019 zu schließen, durch die ihrer Meinung nach kleinere Projekte weiterhin genehmigt werden könnten.

Farages Energiepolitik geht jedoch über Fracking hinaus: Er will, dass das Gasfeld in North Lincolnshire innerhalb von neun Monaten in Betrieb geht und das Jackdaw-Feld in der Nordsee bereits in nur zwölf Wochen. Parallel dazu schlägt seine Partei drastische Kürzungen im Sozialsystem vor, um die Staatsausgaben zu senken und mehr Menschen in Arbeit zu bringen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Debatte um die Zukunft des Frackings ist mittlerweile mit größeren politischen und wirtschaftlichen Plänen verknüpft. Während einige darin eine schnelle Lösung für die Energiekrise sehen, warnen andere vor ungelösten Umwelt- und Sicherheitsrisiken, die bereits zum Verbot von 2019 geführt hatten.

Der Standort in Burniston bleibt vorerst in der Schwebe, während Europa Oil and Gas seinen Berufungsantrag vorbereitet. Sollte das Unternehmen erfolgreich sein, könnte dies einen Präzedenzfall für weitere Mini-Fracking-Projekte in England schaffen. Unterdessen würde Farages ambitionierter Zeitplan für die Gasförderung eine radikale Abkehr von der aktuellen britischen Energiepolitik bedeuten.

Die Entscheidung wird davon abhängen, ob Aufsichtsbehörden, lokale Räte und die nächste Regierung eine Rückkehr zum Fracking unterstützen – oder das bestehende Moratorium aufrechterhalten.

Lesen Sie auch:

Quelle