Friedrichshain kämpft gegen illegale Ferienwohnungen und Wohnungsnot
Anwohner im Berliner Bezirk Friedrichshain protestieren gegen illegale Ferienwohnungen
Bewohner des Berliner Stadtteils Friedrichshain sind auf die Straße gegangen, um gegen illegale Ferienwohnungen zu demonstrieren. Die von lokalen Initiativen organisierten Kundgebungen spiegeln die wachsende Verärgerung über die Wohnungsnot wider, die mit der Verbreitung von Kurzzeitvermietungen zusammenhängt. Trotz eines seit 2014 geltenden Verbots bleiben Tausende Wohnungen dem regulären Markt entzogen – mit der Folge steigender Mieten und einer immer knapperen Wohnraumversorgung.
Die Demonstranten versammelten sich im Kiez um den Samariterplatz, organisiert von den Gruppen "Wir bleiben alle Friedrichshain" und "Villa Felix". Ihre Forderung war eindeutig: eine konsequentere Durchsetzung des bestehenden Verbots, Wohnraum in Ferienunterkünfte umzuwandeln. Lokale Politiker wie Vasili Franco unterstützten die Proteste und kritisierten, dass lasche Kontrollen die Wohnungsnot weiter verschärft hätten.
Besonders prekär ist die Situation in zentralen Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, wo illegale Vermietungen weit verbreitet sind. Schätzungen zufolge werden in ganz Berlin zwischen 10.000 und 30.000 Wohnungen als nicht genehmigte Kurzzeitunterkünfte genutzt. Allein in Friedrichshain gelten sie als ein zentraler Faktor für den Wohnungsmangel.
Die Preise für illegale Ferienwohnungen verdeutlichen das Problem: Eine familienfreundliche Erdgeschosswohnung in der Schreinerstraße kostet 1.200 Euro für sechs Nächte. Eine Luxuswohnung in der Pettenkoferstraße wird für 2.667 Euro pro Woche angeboten. Solche Mieten liegen weit über dem, was sich Einheimische für langfristiges Wohnen leisten können – und treiben immer mehr Immobilien aus dem Wohnungsmarkt.
Die Proteste zeigen den anhaltenden Kampf um die Durchsetzung des Berliner Verbots von Kurzzeitvermietungen, das 2014 eingeführt wurde. Da keine klaren Daten vorliegen, wie viele illegale Wohnungen bisher identifiziert oder zurück in den Wohnungsmarkt geführt wurden, sehen sich die Anwohner weiterhin mit steigenden Mieten und einer schrumpfenden Anzahl verfügbarer Wohnungen konfrontiert. Der Druck auf die Behörden wächst, härter gegen Verstöße vorzugehen.






