Geheime USA-Deutschland-Gespräche: Drohen bald höhere Medikamentenpreise für Patienten?
Lina SeidelGeheime USA-Deutschland-Gespräche: Drohen bald höhere Medikamentenpreise für Patienten?
Deutschland und die USA führen derzeit geheime Verhandlungen über Arzneimittelpreise – ausgelöst durch Forderungen des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Im Mittelpunkt steht die geplante Erhöhung der Preise für patentgeschützte Medikamente in Deutschland, die bisher deutlich unter denen in den USA liegen. Beide Seiten hüllen sich bisher in Schweigen über den Inhalt der Gespräche.
Die Verhandlungen begannen vor Monaten, nachdem die Regierung unter Trump in ganz Europa höhere Arzneimittelpreise durchsetzen wollte. US-Beamte argumentieren, amerikanische Verbraucher würden überhöhte Preise zahlen, um Forschung und Entwicklung zu finanzieren, während Europa von den Innovationen profitiere, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Deutschland hatte sich bislang gegen pauschale Preiserhöhungen gesperrt, prüft nun aber Möglichkeiten, die heimische Pharmaindustrie stärker zu fördern.
Großbritannien hat mit den USA bereits eine Vereinbarung getroffen: Im Gegenzug für zollfreie Medikamentenexporte in die USA wird der britische Gesundheitsdienst NHS mehr in US-amerikanische Arzneimittel investieren. Unterdessen verfolgt die Europäische Union die Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit. EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi trifft sich am Dienstag mit deutschen Vertretern, um die Angelegenheit zu erörtern.
Weder das deutsche Gesundheits- noch das Wirtschaftsministerium noch das US-Gesundheitsministerium haben bisher auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert.
Das Ergebnis dieser Gespräche könnte die Arzneimittelpreise in Deutschland und darüber hinaus grundlegend verändern. Sollte eine Einigung zustande kommen, drohen Patienten in Deutschland höhere Medikamentenkosten. Die Einbindung der EU deutet darauf hin, dass die Verhandlungen weitreichende Folgen für die Pharmapolitik in ganz Europa haben könnten.






