Georgien entzieht kritischem Fotografen Francis Prymerski die Aufenthaltserlaubnis
Emil LangeGeorgien entzieht kritischem Fotografen Francis Prymerski die Aufenthaltserlaubnis
Georgische Behörden entziehen französischem Fotografen Francis Nicolas Prymerski seine Aufenthaltserlaubnis
Die georgischen Behörden haben dem französischen Fotografen Francis Nicolas Prymerski seine befristete Aufenthaltsgenehmigung entzogen. Die Entscheidung fällt nach Jahren öffentlicher Kritik an der regierenden Partei Georgischer Traum sowie seiner Berichterstattung über regierungsfeindliche Proteste. Prymerski bezeichnete den Schritt als politisch motiviert und kündigte an, dagegen gerichtlich vorzugehen.
Prymerski hatte mehrere Jahre in Georgien gelebt und dort Kultur, Folklore sowie aktuelle gesellschaftliche Themen dokumentiert. Sein Wirken beschränkte sich nicht auf die Fotografie – später konzentrierte er sich auf Protestbewegungen und kritisierte offen die Regierungspolitik in sozialen Medien.
Die Agentur für öffentliche Dienstleistungsentwicklung des Justizministeriums hatte seine Aufenthaltserlaubnis am 9. März 2026 um ein weiteres Jahr verlängert. Nur gut zwei Wochen später, am 25. März, widerrief die Behörde ihre Entscheidung und entzog ihm das Bleiberecht. Als Begründung beriefen sich die Beamten auf eine rechtliche Bestimmung, die den Entzug des Aufenthaltsrechts ermöglicht, wenn eine Person als Bedrohung für die staatliche Sicherheit eingestuft wird.
Der Fall reiht sich in ein größeres Muster von Einschränkungen für ausländische Journalisten und öffentliche Persönlichkeiten ein. Seit 2024 sieht sich Georgien Vorwürfen ausgesetzt, systematisch westliche Reporter und Regierungskritiker an der Einreise zu hindern. Allein 2025 wurde mehreren Journalisten, Fotografen und Aktivisten ohne nähere Begründung die Einreise verweigert.
Prymerskis rechtliche Auseinandersetzung wird die Begründung der Regierung für den Entzug auf die Probe stellen. Die Entscheidung verstärkt die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Pressefreiheit und des Zugangs für ausländische Medien in Georgien. Die Behörden haben bisher keine weiteren Details zu den angeblichen Sicherheitsrisiken genannt, die von Prymerski ausgehen sollen.






