Gericht stoppt Trumps umstrittenen Ballsaal-Anbau am Weißen Haus
Ein Bundesrichter hat den Bau eines umstrittenen Ballsaal-Anbaus im Ostflügel des Weißen Hauses gestoppt. Das von Präsident Trump vorangetriebene Projekt sah sich mit Klagen des National Trust for Historic Preservation konfrontiert. Richter Richard J. Leon entschied, dass der Kongress die Arbeiten vorab genehmigen muss, bevor sie fortgesetzt werden können.
Der geplante Ballsaal sollte dreimal größer werden als der bestehende Ostflügel. Die Kosten stiegen von der ursprünglichen Schätzung auf 400 Millionen Dollar an, nachdem Trump die Pläne erweiterte. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, er habe Standardverfahren umgangen, indem er ohne Rücksprache mit dem Kongress handelte – der traditionell für Bauvorhaben und Finanzierung im Weißen Haus zuständig ist.
Trump trieb das Projekt voran, indem er Mitglieder zweier Prüfungsgremien durch eigene Ernannte ersetzte, die seiner Vision eher zustimmten. Gleichzeitig veranstaltete er Abendessen mit Spendern und Unternehmensvertretern, deren Firmen Geschäfte mit der Bundesregierung machten – was Fragen nach möglichen Interessenkonflikten aufwarf.
Im Februar 2020 erließ Richter Leon ein 35-seitiges Urteil, das eine einstweilige Verfügung bewilligte. Darin hieß es, der Präsident agiere als Verwalter – nicht als Eigentümer – des Weißen Hauses und müsse die Zustimmung des Kongresses einholen. Die Verfügung setzte die Bauarbeiten für 14 Tage aus, um eine Berufung zu ermöglichen. Trumps Anwaltsteam kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen; der Fall könnte letztlich vor den Supreme Court gelangen.
Die National Capital Planning Commission wird voraussichtlich noch in dieser Woche das Design absegnen. Aufgrund der Klage und der einstweiligen Verfügung dürfen die Arbeiten jedoch erst nach Klärung des Rechtsstreits beginnen.
Die Verfügung lässt die Zukunft des Ballsaals vorerst ungewiss. Sollte das Urteil Bestand haben, müsste Trump die Rückendeckung des Kongresses einholen, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Der Fall könnte zudem Präzedenzwirkung für künftige größere Umbauten im Weißen Haus entfalten.






