Glyphosat-Verbot und Iran-Krieg bedrohen globale Nahrungsmittelversorgung
Lina SeidelGlyphosat-Verbot und Iran-Krieg bedrohen globale Nahrungsmittelversorgung
Der anhaltende Iran-Krieg hat den globalen Handel durcheinandergebracht, doch die schwerwiegendsten Folgen treffen den Globalen Süden am härtesten. Besonders landwirtschaftlich geprägte Volkswirtschaften stehen unter enormem Druck, da wichtige Agrarprodukte knapp werden. Gleichzeitig droht in den USA ein bevorstehender Rechtsstreit den Zugang zu einem entscheidenden Herbizid weiter einzuschränken: Glyphosat.
Düngemittel- und Pestizidknappheit belasten Bauern weltweit bereits schwer. Rund 20 Prozent des global gehandelten Düngers stammten einst aus der nun blockierten Region – die Preise steigen, die Versorgung bricht ein. Auch Pestizide werden knapp, da sie auf erdölbasierte Kohlenwasserstoffe angewiesen sind, deren Lieferketten durch den Konflikt unterbrochen sind.
Die Lage könnte sich weiter zuspitzen, falls der US-Supreme Court den Einsatz von Glyphosat beschneidet, dem Hauptwirkstoff in Monsantos Roundup. Am 27. April 2026 verhandelt das Gericht den Fall Monsanto Company gegen Durnell, dessen Ausgang ein Verbot oder eine Einschränkung des Herbizids zur Folge haben könnte. Ein solches Urteil würde Exporte und Importe erschweren und große Agrarnationen wie Brasilien, Argentinien, Indien, Südafrika und China treffen – allesamt intensive Glyphosat-Nutzer.
Als Reaktion hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump den Defense Production Act aktiviert, um die heimische Produktion von Glyphosat und Phosphor hochzufahren. Damit stufte er das Herbizid als Frage der nationalen Sicherheit ein, um die Versorgung angesichts der Unsicherheiten abzusichern. Bayer, der Eigentümer von Roundup, bleibt unterdessen der weltweit führende Anbieter von Pestiziden mit Mikroplastik-Beschichtung für eine langsame Freisetzung.
Krieg und juristische Auseinandersetzungen setzen Landwirte global unter Druck. Steigende Düngemittelpreise und mögliche Glyphosat-Verbote gefährden die Ernteerträge in zentralen Agrarstaaten. Ohne stabile Versorgung mit diesen Inputs droht die Nahrungsmittelproduktion im Globalen Süden langfristig ins Stocken zu geraten.






