Görlitzer Brücke vor der Schließung: Bezirk und Anwohner kämpfen um ihre Rettung
Hannah RichterGörlitzer Brücke vor der Schließung: Bezirk und Anwohner kämpfen um ihre Rettung
Die Zukunft der historischen Görlitzer Brücke, einer Eisenbahnbrücke, die Alt-Treptow und Kreuzberg verbindet, steht nun auf dem Spiel. Die Deutsche Bahn hat Pläne bekannt gegeben, das Bauwerk bis zum 30. Juni zu schließen, nachdem sie den Pachtvertrag mit dem Bezirk Treptow-Köpenick gekündigt hat. Lokale Politiker und Anwohner wehren sich gegen die Pläne und fürchten den Verlust einer wichtigen Verbindung zwischen den beiden Kiezen.
Die Brücke war 1994 von der Deutschen Bahn an Treptow-Köpenick verpachtet worden. Nun begründet das Unternehmen die geplante Schließung mit Problemen durch die Kiesoberfläche, die zu Entwässerungsstörungen und beschleunigter Korrosion führe. Trotz dieser Bedenken hat die Deutsche Bahn angeboten, das Grundstück kostenlos an die Bezirke zu übertragen – die Verhandlungen sind jedoch bisher gescheitert.
Der Widerstand vor Ort wächst rasant. Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg stimmte mit großer Mehrheit gegen die Schließung. Pascal Striebel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betonte die Bedeutung der Brücke als zentrale Verbindung zwischen den beiden Gebieten und forderte dringendes Handeln, um die Stilllegung zu verhindern.
Inzwischen hat die Bezirksbürgermeisterin von Treptow-Köpenick die Finanzsenatorin Stefan Evers und Verkehrssenatorin Ute Bonde kontaktiert und drängt auf Gespräche auf höchster Ebene. Stadträtin Claudia Leistner besteht darauf, dass die Brücke offen bleiben muss, und hat den Senat aufgefordert, mit der Deutschen Bahn eine vorübergehende Lösung auszuhandeln. Von einer Schließung wären auch benachbarte Unternehmen betroffen, darunter Jimmy's Falafel-Stand, sowie ein Spielplatz auf der Alt-Treptower Seite.
Mit dem nahenden Stichtag am 30. Juni bleibt das Schicksal der Görlitzer Brücke ungewiss. Die Bezirks- und Landesbehörden müssen nun Wege finden, die Bedenken der Deutschen Bahn auszuräumen – oder riskieren, eine seit Langem bestehende Verbindung zu verlieren. Eine Schließung würde den Alltag von Anwohnern und lokalen Händlern gleichermaßen erschweren.






