Grüne-Kandidatin fordert Reparationen für Sklaverei – trotz Familienvergangenheit
Mila VoigtGrüne-Kandidatin fordert Reparationen für Sklaverei – trotz Familienvergangenheit
Eine Kandidatin der Grünen für die Kommunalwahlen in Hackney setzt sich dafür ein, dass britische Steuerzahler Reparationen für die Sklaverei finanzieren. Antoinette Fernandez, die sich als Ratsmitglied für den Bezirk Lea Bridge bewirbt, fordert Zahlungen als Wiedergutmachung für den transatlantischen Sklavenhandel. Ihre eigene Familie profitierte historisch vom Sklavenhandel – ein Umstand, der ihrer Kampagne eine besondere Brisanz verleiht.
Fernandez trägt den Titel der „Reparationsbeauftragten“ der Global Majority Greens, einer Gruppe innerhalb der Grünen. Sie drängt ehemalige Kolonialmächte, darunter auch Großbritannien, zu Reparationszahlungen – die sich Schätzungen zufolge auf bis zu 18 Billionen Pfund belaufen könnten. Diese Forderung steht im Einklang mit einer UN-Resolution, die solche Maßnahmen unterstützt.
Ihr persönlicher Hintergrund steht in auffälligem Kontrast zu ihrer politischen Haltung. Als Tochter eines nigerianischen Ölmagnaten, der einst zu den reichsten Männern Afrikas zählte, wird sie in der nigerianischen Presse auch als „Prinzessin“ bezeichnet – ein Titel, der auf die Rolle ihrer Mutter als traditionelle Königinmutter von Lagos zurückgeht. Historische Aufzeichnungen belegen, dass der Reichtum ihrer Familie im Sklavenhandel seinen Ursprung hat.
Seit Jahren engagiert sich Fernandez bei den Grünen. Sie kandidierte bei den Unterhauswahlen 2024 und bewirbt sich 2025 um den Posten der stellvertretenden Parteivorsitzenden. Zwar schaffte Großbritannien 1807 die Sklaverei ab und investierte Millionen in die globale Bekämpfung des Handels, doch argumentiert Fernandez, dass historische Ungerechtigkeiten heute finanzielle Wiedergutmachung erfordern.
Ihre Kampagne stellt sie in den Mittelpunkt einer kontroversen Debatte. Sollte sie in Lea Bridge gewählt werden, würde sie weiterhin für Reparationen kämpfen – als Vertreterin einer Partei, die diese Forderung unterstützt. Die lokale Wahl wird zeigen, ob ihre Position bei den Einwohnern Hackneys auf Zustimmung stößt.






