Gustavo Petro unter Verdacht: Drogenkartelle und Korruptionsermittlungen erschüttern Kolumbiens Präsidenten
Mila VoigtGustavo Petro unter Verdacht: Drogenkartelle und Korruptionsermittlungen erschüttern Kolumbiens Präsidenten
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro gerät zunehmend unter Druck wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Drogenhandelsnetzwerken. US-amerikanische und kolumbianische Behörden prüfen Vorwürfe, wonach die Politik seiner Regierung prominente Drogenhändler vor Strafverfolgung geschützt haben könnte.
Die Ermittlungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Familienmitglieder Petros – darunter sein Sohn und sein Bruder – in separate Strafverfahren verwickelt sind, die sich mit Bestechung und illegaler Wahlkampffinanzierung befassen.
Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA hat Petro als "prioritäres Ziel" in ihren Untersuchungen eingestuft. Akten zufolge taucht sein Name seit 2022 in mehreren Ermittlungsverfahren auf, darunter mögliche Verbindungen zum mexikanischen Sinaloa-Kartell. Bundesstaatsanwälte in New York untersuchen zudem, ob Vertreter Petros Bestechungsgelder gefordert haben, um Auslieferungen in die USA zu verhindern.
Kolumbianische Behörden konzentrieren sich auf Korruptionsvorwürfe im Gefängnis La Picota, wo Beamte beschuldigt werden, Zahlungen angenommen zu haben, um inhaftierte Drogenhändler zu schützen. Petros Bruder, Juan Fernando Petro, soll in Verhandlungen mit inhaftierten Drogenbossen verwickelt sein, um deren Auslieferung zu blockieren.
Unterdessen wurde Petros Sohn, Nicolás Petro, im vergangenen Jahr angeklagt, illegale Wahlkampfspenden von einem verurteilten Drogenhändler angenommen zu haben. Der Präsident selbst weist jede Beteiligung am Drogenhandel entschieden zurück und betont, seine Politik ziele darauf ab, ländliche Koka-Bauern durch soziale Programme zu unterstützen – nicht durch Kriminalisierung.
Kritiker werfen Petro vor, seine "Totaler Frieden"-Initiative, die die Gewalt im Land reduzieren soll, sei von Drogenhändlern ausgenutzt worden, die zu seinem Wahlkampf 2022 beigetragen hätten. Trotz der wachsenden Vorwürfe wurden gegen den Präsidenten weder in Kolumbien noch in den USA bisher formelle Anklagen erhoben.
Die Ermittlungen gegen Petro und sein engstes Umfeld dauern an. Kolumbianische und US-amerikanische Behörden sammeln weiterhin Beweise zu möglicher Bestechung, Behinderung von Auslieferungen und Verstößen gegen die Wahlkampffinanzierung. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen könnten weitreichende Folgen für Petros Präsidentschaft und Kolumbiens Drogenbekämpfungspolitik haben.






