"Himmels 27": Warum die Flutkatastrophe von Camp Mystic bis heute ungesühnt bleibt
Lina Seidel"Himmels 27": Warum die Flutkatastrophe von Camp Mystic bis heute ungesühnt bleibt
Die Familien von 27 jungen Campern, die bei den Flutkatastrophen im Juli vergangenen Jahres im Camp Mystic in Hunt, Texas, ums Leben kamen, suchen noch immer nach Antworten. Zu ihnen gehört Jason Bonner, dessen neunjährige Tochter Lila zu den Opfern zählte. Die Tragödie hat tiefe Wunden hinterlassen – und eine vehemente Forderung nach Verantwortung ausgelöst.
Lila Bonner war eine von 24 Mädchen, die in der Bubble-Inn-Hütte untergebracht waren, als die Flutwelle sie ohne Vorwarnung überrollte. Niemand in der Hütte überlebte. Ihre Eltern, Jason und Caitlin, verloren an diesem Abend ihr erstes Kind.
Insgesamt forderten die Fluten 27 Menschenleben, darunter auch den 70-jährigen Camp-Leiter Dick Eastland, dessen Familie das Camp Mystic besitzt. Seitdem haben über 20 Familien der verstorbenen Mädchen Klagen gegen die Eastlands eingereicht und werfen ihnen grobe Fahrlässigkeit vor. Jason Bonner macht öffentlich die Camp-Verantwortlichen für die Todesfälle mitverantwortlich und wirft ihnen vor, durch ihr Handeln direkt zum Tod der Kinder beigetragen zu haben.
Mittlerweile laufen mehrere Ermittlungen: Die Texas Rangers untersuchen mögliche strafrechtliche Versäumnisse der Camp-Leitung, Gesundheitsbehörden und Abgeordnete des Bundesstaates prüfen den Vorfall. Doch trotz der anhaltenden Überprüfungen ist Bonner empört über Berichte, wonach Camp Mystic bereits nächsten Monat teilweise für 850 Camper wieder öffnen könnte. Die Angehörigen der Opfer nennen ihre verlorenen Kinder inzwischen "Himmels 27" – ein Name, der nun untrennbar mit ihrem Kampf um Gerechtigkeit verbunden ist.
Die Klagen und Ermittlungen ziehen sich hin, eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Sollte Camp Mystic wie geplant wiedereröffnen, wird es dies im Schatten der 27 verlorenen Leben tun – und der unbeantworteten Fragen, die bleiben. Die Familien betonen, sie würden nicht aufhören, darauf zu drängen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.






