Historischer Blackout auf der Iberischen Halbinsel: Wer bekommt Entschädigungen?
Mila VoigtHistorischer Blackout auf der Iberischen Halbinsel: Wer bekommt Entschädigungen?
Historischer Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel am 28. April 2025
Am 28. April 2025 kam es auf der Iberischen Halbinsel zu einem großflächigen Stromausfall, der zunächst in Spanien begann und sich innerhalb von Sekunden nach Portugal ausbreitete. Die Behörden prüfen nun, wie der Vorfall eingestuft wird – eine Entscheidung, die darüber entscheidet, ob Verbraucher automatisch Entschädigungen für die Dienstleistungsstörungen erhalten.
Die portugiesische Energieregulierungsbehörde ERSE (Entidade Reguladora dos Serviços Energéticos) hat noch nicht festgelegt, wie der Blackout klassifiziert wird. Sollte sie feststellen, dass die Qualitätsgrenzen für die Stromversorgung überschritten wurden, könnten automatische Ausgleichszahlungen ausgelöst werden. Die ERSE betonte jedoch, dass dieses Verfahren unabhängig von Ansprüchen auf konkrete Schäden ist, die über gerichtliche oder schiedsrichterliche Verfahren geltend gemacht werden müssten.
Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho bestätigte, dass betroffene portugiesische Unternehmen bereits jetzt Entschädigungsforderungen stellen können. Unterdessen wertet die ERSE die Erkenntnisse des Europäischen Verbands der Stromübertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) aus, der zu dem Schluss kam, dass alle Ursachen des Blackouts außerhalb des portugiesischen Stromsystems lagen. Die Regulierungsbehörde hatte vor Veröffentlichung des ENTSO-E-Berichts zu dessen Erstellung beigetragen.
Um künftige Störungen zu verhindern, hat das portugiesische Stromsystem operative Verbesserungen beschlossen. Dazu gehören strengere Regeln zur dynamischen Spannungskontrolle für neu lizenzierte Erzeugungsanlagen, die bereits 2019 eingeführt wurden. Zudem sind weitere Investitionen in Werkzeuge zur Blindleistungssteuerung geplant, etwa in synchrone Phasenschieber und STATCOM-Systeme (Statische Blindleistungsregler), die das Netz bei Belastungen stabilisieren sollen.
Die endgültige Einstufung des Blackouts steht noch aus. Falls die ERSE feststellt, dass die Versorgungsstandards nicht eingehalten wurden, könnten Verbraucher automatisch entschädigt werden. Der Vorfall hat zudem Maßnahmen beschleunigt, um die Netzresilienz gegen ähnliche Ereignisse in Zukunft zu stärken.






