Igor Tschemeris wechselt die Strategie: Von Direktkandidat zu Listenplatz bei Einiges Russland
Hannah RichterIgor Tschemeris wechselt die Strategie: Von Direktkandidat zu Listenplatz bei Einiges Russland
Igor Tschemeris, Abgeordneter der Legislativversammlung der Region Primorje mit drei Amtszeiten, hat seine Kandidatur für eine Wiederwahl über die Partei Einiges Russland bekannt gegeben. Seine Entscheidung markiert einen Strategiewechsel: Statt wie bisher in einem Direktwahlkreis anzutreten, bewirbt er sich diesmal um einen Listenplatz der Partei. Der Schritt folgt seinem kürzlichen Ausscheiden aus dem Sozialausschuss, das eine Umstrukturierung im Regionalparlament auslöste.
Tschemeris betrat die politische Bühne erstmals 2011, als er im Direktwahlkreis Nr. 9 – der die Stadt Artjom und Teile des Sowjetischen Rajons in Wladiwostok umfasst – ein Mandat errang. 2016 wurde er als Unabhängiger wiedergewählt, 2021 dann unter dem Banner von Einiges Russland. Sein aktueller Wahlkampf nimmt nun eine andere Richtung: Statt in einem Einzelwahlkreis anzutreten, hat er sich für die Vorwahlen von Einiges Russland als Teil der regionalen Gruppe Nr. 4 registriert. Diese Gruppe vereint drei Direktwahlkreise, darunter seinen bisherigen.
Am 30. April tauchte sein Name auf der Website der Partei für die vorläufige Abstimmung auf, was seine Teilnahme bestätigte. Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem er seine Wiederwahlunterlagen über seinen Telegram-Kanal eingereicht hatte. Seine politische Laufbahn nahm in diesem Jahr eine unerwartete Wendung, als er sich nach einer Sitzung des Sozialausschusses am 20. Januar freiwillig für einen "Sondereinsatz" im Militär meldete. Diese Entscheidung führte zu seinem Ausscheiden aus dem Ausschuss und löste eine Neuordnung im Regionalparlament von Primorje aus.
Tschemeris' Bewerbung um einen Listenplatz deutet auf einen taktischen Kurswechsel hin. Während er sich bisher auf die direkte Unterstützung seiner Wähler stützte, strebt er nun ein breiteres Mandat über die regionale Gruppierung von Einiges Russland an.
Seine Kandidatur wird in den Vorwahlen der Partei entschieden, wo er um einen Platz auf der Parteiliste konkurriert. Bei Erfolg würde er für eine vierte Amtszeit in die Legislativversammlung zurückkehren – diesmal als Vertreter eines größeren regionalen Blocks. Das Ergebnis wird auch zeigen, ob sein Wahlkreis weiterhin direkt vertreten wird oder ob das System zugunsten einer listenbasierten Vertretung umgestellt wird.






