Illinois' Grundsteuern explodieren: Wer stoppt die Abwärtsspirale für Hausbesitzer?
Lina SeidelIllinois' Grundsteuern explodieren: Wer stoppt die Abwärtsspirale für Hausbesitzer?
Ein neuer Bericht der Schatzmeisterin des Cook County, Maria Pappas, deckt Schlupflöcher im Landesrecht von Illinois auf, die es lokalen Behörden über drei Jahrzehnte hinweg ermöglichten, die Grundsteuern weit über Inflation und Lohnwachstum hinaus anzuheben. Die Ergebnisse zeigen eine tiefe Spaltung zwischen Landes- und Kommunalpolitikern darüber, wer die Verantwortung für die steigenden Kosten trägt – während Hausbesitzer in einigen Gebieten mittlerweile Belastungen von über 4,5 Prozent tragen müssen.
Gouverneur J.B. Pritzker besteht darauf, dass die Grundsteuer eine lokale Angelegenheit bleibe, während Kritiker fordern, der Bundesstaat müsse eingreifen, um die wirtschaftliche Belastung für Bürger und Unternehmen zu begrenzen.
Der Bericht analysierte die Entwicklung der Grundsteuern von 1994 bis 2025 und legte offen, wie rechtliche Lücken es Kommunalverwaltungen erlaubten, die Sätze in die Höhe zu treiben. 2023 lagen die fünf Städte in Illinois mit der höchsten Belastung – Chicago (2,10 Prozent), Cicero (2,77 Prozent), Bellwood (3,02 Prozent), Harvey (3,12 Prozent) und Riverdale (3,25 Prozent) – im Schnitt bei 2,85 Prozent. Ein krasser Gegensatz zu den Top fünf in Indiana, wo die Sätze bei etwa 1,35 Prozent lagen.
Pritzker räumte ein, dass Schulbehörden die Steuern erhöht hätten, obwohl die Landesmittel für Bildung stiegen. Er beharrte jedoch darauf, dass die Republikaner Unrecht hätten, das Problem als landesweite Frage darzustellen. Die eigentliche Entscheidungsgewalt über die Steuerhöhe liege bei den lokalen Verantwortlichen, so der Gouverneur.
Brian Costin, stellvertretender Landesdirektor von Americans for Prosperity Illinois, widersprach vehement. Er verwies auf die Steuerbegrenzungsreform in Indiana, durch die die Sätze auf etwa die Hälfte des Illinois-Niveaus sanken, und betonte, dass landesweites Handeln Wirkung zeige. Besonders kritisch sah er die Lage in Harvey, wo einige Hausbesitzer über 4,5 Prozent zahlen müssten. Solche extrem hohen Abgaben trieben Menschen in die Flucht, führten zu Zwangsversteigerungen und brächten Gemeinden an den Rand des finanziellen Kollapses, warnte Costin.
Der Streit lässt die Bürger im Unklaren zurück. Während Pritzker und lokale Politiker sich gegenseitig die Schuld zuschieben, zeigen die Daten des Berichts keine Anzeichen für Entlastung – im Gegenteil: Die Belastung durch einige der höchsten Grundsteuern des Landes bleibt bestehen.
Die Auseinandersetzung gibt Hausbesitzern in Illinois kaum Hoffnung, wann – oder ob überhaupt – Steuererleichterungen kommen werden. Mit lokalen Sätzen von teilweise über 4,5 Prozent in einigen Vororten wächst der Druck auf Haushalte und Unternehmen weiter. Fest steht bisher nur: Weder auf Landes- noch auf kommunaler Ebene gibt es einen konkreten Plan, um die Entwicklung umzukehren.






