Illinois plant Verbot biometrischer Überwachung für die Polizei – doch Kritik wächst
Mila VoigtIllinois plant Verbot biometrischer Überwachung für die Polizei – doch Kritik wächst
Ein neuer Gesetzentwurf in Illinois zielt darauf ab, Landes- und Kommunalpolizeibehörden die Nutzung biometrischer Werkzeuge wie Gesichtserkennung zu verbieten. House Bill 5521 hat eine kontroverse Debatte ausgelöst, wobei Kritiker argumentieren, dass dies die Bekämpfung von Kriminalität schwächen könnte. Der Vorschlag wird derzeit im Justizausschuss des Repräsentantenhauses für Zivilrecht geprüft.
Das Gesetz würde es Strafverfolgungsbehörden untersagen, Technologien wie Gesichtserkennung, Fingerabdrücke, Stimmabdrücke oder Iris-Scans einzusetzen. Eine Ausnahme gilt jedoch für den Secretary of State von Illinois, der Gesichtserkennung weiterhin zur Überprüfung mobiler Führerscheine oder Ausweisdokumente nutzen dürfen würde.
Gesichtserkennung hat bereits bei der Aufklärung von Straftaten eine Rolle gespielt, darunter der Mord an der Loyola-University-Studentin Sheridan Gorman. Ein Polizeibericht bestätigte, dass die Technologie half, einen Verdächtigen in diesem Fall zu identifizieren. Gleichzeitig würde der Generalstaatsanwalt von Illinois durch das geplante Gesetz die Befugnis erhalten, bei Verstößen zivilrechtlich vorzugehen.
Die Gegenwehr gegen den Entwurf ist massiv. Der Abgeordnete Patrick Sheehan von den Republikanern aus Homer Glen bezeichnete das Vorhaben als "abwegig" und behauptete, es würde der Polizei die Hände binden. Er warf den Demokraten in Illinois vor, Politiken voranzutreiben, die "die Strafverfolgung fesseln" und "Straftäter schonen". Bis Freitag wurden 227 Stellungnahmen gegen den Entwurf eingereicht, während nur eine einzige Unterstützung signalisierte.
Der Gesetzentwurf befindet sich weiterhin im Ausschuss und stößt auf erheblichen Widerstand. Sollte er verabschiedet werden, würde er die Art und Weise, wie die Polizei in Illinois Verbrechen untersucht, grundlegend verändern, indem biometrische Werkzeuge aus ihrem Instrumentarium gestrichen würden. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Strafverfolgungsbehörden weiterhin Zugang zu Technologien behalten, die sie derzeit in Fällen wie dem von Gorman einsetzen.






