04 May 2026, 10:34

Indigene Völker Russlands kämpfen um ihre angestammten Ländereien durch neue Steuergesetze

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Indigene Völker Russlands kämpfen um ihre angestammten Ländereien durch neue Steuergesetze

Ein rechtlicher Konflikt zwischen russischen Steuerregelungen und den Landrechten indigener Völker gefährdet traditionelle Lebensgrundlagen. Aktuelle Änderungen des Steuergesetzes beschränken Befreiungen nun auf Gebiete, die in einem bundesweiten Register aufgeführt sind – doch viele Flächen, die von diesen Gemeinschaften genutzt werden, fehlen dort. Ohne Gegenmaßnahmen könnten nomadische Rentierhirten und Jäger den Zugang zu essenziellen Ländern verlieren, auf die sie seit Generationen angewiesen sind.

Das Problem trat nach Anpassungen des Föderalen Gesetzes Nr. 389-FZ auf, die Steuerbefreiungen verschärften. Bisher zahlten indigene Gemeinschaften keine Grundsteuer für Flächen, die sie für Rentierhaltung, Jagd oder Fischerei nutzten. Nun gelten nur noch Gebiete innerhalb von Siedlungen, die im Bundesregister verzeichnet sind, als befreit. Allein in Jakutien fehlen jedoch 33 von 37 Flächen, die von 35 Gemeinschaften genutzt werden, in dieser Liste.

Am 20. Januar kam der Ständige Ausschuss Il Tumen in Jakutien zusammen, um die eskalierende Krise zu erörtern. Experten warnten, dass selbst geringe Steuerforderungen nomadische Hirten in den Ruin treiben würden, deren Arbeit sich über weite, abgelegene Gebiete erstreckt. Golomarewa, eine Vertreterin, betonte, dass selbst symbolische Abgaben für viele bereits unerschwinglich seien.

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Eine Sonderkommission wurde eingerichtet, um das Problem zu lösen. Sie vereint Ministerien, Bundesbehörden, Gemeinschaftsführer und Forscher. Zu ihren Empfehlungen gehören die Aussetzung der Steuererhebung während einer Überprüfungsphase sowie die Entwicklung wissenschaftlicher Kriterien zur Erweiterung des Registers. Das russische Finanzministerium warnte jedoch, dass eine Ausweitung der Befreiungen die Einnahmen lokaler Haushalte mindern könnte.

Die Vorschläge der Kommission zielen darauf ab, indigene Landrechte zu schützen und gleichzeitig fiskalische Belange zu berücksichtigen. Falls umgesetzt, würden die Maßnahmen die Steuereintreibung vorläufig stoppen und neu bewerten, welche Gebiete Anspruch auf Befreiung haben. Bis dahin stehen Hirten und Jäger vor der Ungewissheit, ob sie ihre traditionelle Lebensweise bewahren können.

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