08 June 2026, 20:00

Industrieaufträge brechen um 3,8 Prozent ein – Rezessionsängste wachsen

Deutschlands Industrieaufträge brechen doppelt so stark ein wie erwartet

Industrieaufträge brechen um 3,8 Prozent ein – Rezessionsängste wachsen

Deutschlands Industrie erlebt erneuten schweren Einbruch – Auftragsrückgang übertrifft Erwartungen

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Die deutsche Industrie steckt weiter in der Krise: Im April gingen die Aufträge stärker zurück als erwartet. Ökonomen warnen vor einer Verschärfung der Rezession, da Schlüsselbranchen sowohl bei der inländischen als auch bei der ausländischen Nachfrage deutliche Rückgänge verzeichnen. Unternehmensvertreter sprechen von einer „desaströsen“ Lage, während die Arbeitslosenzahlen steigen und Lieferkettenprobleme wieder zunehmen.

Laut vorläufigen Daten sanken die Industrieaufträge im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent – deutlich mehr als die von Ökonomen prognostizierten zwei Prozent. Besonders betroffen ist die Automobilbranche, wo die Neugeschäfte um 5,3 Prozent einbrachen. Noch dramatischer fällt der Rückgang bei Herstellern von Elektroausrüstungen aus: Hier stürzten die Aufträge um 16,3 Prozent ab.

Auch die Auslandsnachfrage schwächelt: Die Bestellungen aus dem Ausland gingen um 4,2 Prozent zurück, wobei die Aufträge aus dem Euroraum sogar um 11,1 Prozent einbrachen. Dies nährt die Sorge vor einer breiteren konjunkturellen Abkühlung in Europa. Die Inlandsaufträge sanken um 2,9 Prozent – ein weiteres Alarmzeichen für die nachlassende Binnennachfrage.

Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, bezeichnete die Stimmung in den Mitgliedunternehmen als „katastrophal“. Er warnte, die aktuelle Krise könnte sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die pandemiebedingte Rezession an Schärfe übertreffen. Die Lieferkettenprobleme haben sich verschärft: Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Unternehmen von Engpässen bei Vorprodukten – nach 13,8 Prozent im April.

Die anhaltende Stagnation hinterlässt tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die deutsche Wirtschaft wächst seit 2019 nicht mehr; in diesem Zeitraum gingen 300.000 Industriearbeitsplätze verloren. Monatlich fallen weitere 10.000 Stellen weg, was die Arbeitsmarktlage zusätzlich belastet. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rechnet nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen die sich verschärfende Krise der deutschen Industrie. Fabriken kämpfen mit schrumpfenden Auftragsbüchern, anhaltenden Lieferengpässen und weiterem Personalabbau. Da Ökonomen und Unternehmenslenker alike mit weiteren Rückgängen rechnen, bleibt die Aussicht für die kommenden Monate düster.

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