IOC verschärft Regeln für Athletinnen: Nur noch Frauen ohne Y-Chromosom zugelassen
Mila VoigtIOC verschärft Regeln für Athletinnen: Nur noch Frauen ohne Y-Chromosom zugelassen
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verschärft die Regeln für Athletinnen
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat strengere Richtlinien für weibliche Sportlerinnen bekannt gegeben. Künftig dürfen in Frauenwettbewerben nur noch Teilnehmerinnen antreten, die über keinen Y-Chromosomensatz verfügen. Die Entscheidung folgt jahrzehntelangen Debatten über Fairness und Sicherheit im Frauensport.
Die neue Regelung sieht DNA-Tests zur Überprüfung der Startberechtigung vor. Ausnahmen gelten für Sportlerinnen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (DSD, Differences of Sex Development).
Geschlechtsüberprüfungen im Sport sind seit den 1940er-Jahren umstritten. Frühe Methoden umfassten invasive Kontrollen – etwa bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1966, als Athletinnen gezwungen wurden, sich für körperliche Untersuchungen zu entkleiden. Ein Jahr später führte das IOC Wangenschleimhautabstriche zur Chromosomenanalyse ein.
In den 1990er-Jahren setzte das IOC in Verdachtsfällen auf DNA-Tests. 2011 wechselte World Athletics zu Testosteronwert-Kontrollen. Nun kehrt das IOC zu chromsomenbasierten Kriterien zurück und begründet dies damit, dass biologisch männliche Personen nicht in Frauenwettbewerben antreten sollten.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte, die Teilnahme biologisch männlicher Athleten wäre unfair. Die Regelung betrifft vor allem Sportarten, in denen Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer entscheidend sind. Zudem wurden Bedenken zur Sicherheit geäußert: In einigen Disziplinen könnten weibliche Sportlerinnen bei Wettkämpfen gegen biologisch männliche Konkurrenten gefährdet sein.
Noch unklar ist, welche Sportarten oder Wettbewerbsstufen besonders strengen Kontrollen unterliegen werden. Das IOC besteht jedoch darauf, dass der Schritt notwendig sei, um die Fairness im Frauensport zu wahren.
Die Neuregelung markiert eine Rückkehr zu chromsomenbasierten Teilnahmevoraussetzungen für Athletinnen. DNA-Tests werden verpflichtend – mit begrenzten Ausnahmen für DSD-Fälle. Ziel der Richtlinie ist es, die seit Langem diskutierten Fragen zu Fairness und Sicherheit im Frauensport zu klären.






