25 April 2026, 10:35

Jakutien streicht Flugsubventionen – Arktis-Bewohner droht Isolation durch hohe Ticketpreise

Plakat zur Unterstützung des American Rescue Plan, das den Text enthält, dass es die Kinderarmut in den USA halbieren würde, und ein Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen zeigt.

Jakutien streicht Flugsubventionen – Arktis-Bewohner droht Isolation durch hohe Ticketpreise

Republik Sacha (Jakutien) kämpft mit Kürzungen bei Flugsubventionen für Arktis-Bewohner

Die Republik Sacha (Jakutien) sieht sich mit wachsenden Herausforderungen bei ihrem Programm zur Subventionierung von Inlandsflügen konfrontiert, das seit 2012 die Bewohner der Arktisregion unterstützt. Angesichts von Mittelkürzungen und steigenden Schulden debattieren Verantwortliche nun, wie lebenswichtige Flugverbindungen aufrechterhalten werden können – bei gleichzeitig begrenzten finanziellen Spielräumen.

Ursprünglich erhielt das Förderprogramm jährlich rund 600 Millionen Rubel (umgerechnet etwa 6,5 Millionen Euro) und ermöglichte so bis zu 35.000 Passagieren pro Jahr günstige Flüge. Für 2025 wurden jedoch nur noch 191 Millionen Rubel bereitgestellt, während bei den Airlines Schulden in Höhe von 260 Millionen Rubel offenstehen. Um das Defizit zu bewältigen, plant die Regierung die Einführung von Kontingenten: Subventionierte Tickets sollen künftig auf vier bis sechs Flüge pro Jahr und Passagier beschränkt werden.

Laut Olga Rafailowa, stellvertretende Ministerin für Verkehr und Straßeninfrastruktur, wären jährlich 1,5 Milliarden Rubel nötig, um ganzjährig erschwingliche Flüge für alle Arktis-Bewohner zu garantieren. Ohne diese Mittel bleiben kommerzielle Tickets – die bis zu 100.000 Rubel (rund 1.100 Euro) kosten können – für die meisten unerschwinglich. Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht zwar 200 Millionen Rubel vor, um die Rückstände aus dem Vorjahr zu begleichen, doch neue Mittel für zusätzliche Subventionen sind nicht eingeplant.

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Während der Beratungen wies Marina Fedotowa, Abgeordnete des Werchnekolymski-Ulus, auf die Belastungen für Familien hin, wenn Schwangere für medizinische Behandlungen in die Hauptstadt reisen müssen. Als Reaktion darauf bestätigten die Behörden, dass Schwangere ihre bisherigen Unterstützungsleistungen behalten werden – inklusive eines gesonderten Kontingents und eines Reservierungssystems. Die Sitzung endete mit dem Vorschlag, eine Resolution für die Regierung Jakutiens auszuarbeiten, um gezielte Lösungen für die Verkehrsisolation und die Haushaltsengpässe zu finden.

Die Kürzungen bei den Subventionen zwingen die Bewohner, sich auf begrenzte Flugkontingente zu verlassen. Zwar bleiben die Reiseerleichterungen für Schwangere bestehen, doch der allgemeine Zugang zu bezahlbaren Flügen bleibt ungewiss. Nun müssen die Verantwortlichen entscheiden, wie sie die knappen Mittel verteilen – zwischen Schuldenabbau, hohen Ticketpreisen und dem dringenden Bedarf der Bevölkerung.

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