05 May 2026, 10:46

Jakutsks umstrittene Infrastrukturabgabe spaltet Stadt und Politik

Schule mit grüner und gelber Fassade, Straße mit Fahrzeugen, Topfpflanzen, Zaun, Tor, Straßenlaterne, Bäume, Drähte und bewölkter Himmel.

Jakutsks umstrittene Infrastrukturabgabe spaltet Stadt und Politik

In Jakutsk ist eine umstrittene Infrastrukturabgabe eingeführt worden, die Baufirmen den Bau von Hochhäusern im Stadtzentrum ermöglicht. Kritiker werfen der Regierung vor, die Maßnahme werde die Überlastung der Schulen verschärfen und die Wohnkosten für die Bewohner in die Höhe treiben. Ein lokaler Abgeordneter bezeichnete die Politik als direkte Bedrohung für die Zukunft der Stadt.

Im Dezember 2025 hoben die Behörden ein langjähriges Bauverbot für Hochhäuser in den zentralen Bezirken Jakutsks faktisch auf. Der Schritt erfolgte nach einer Vereinbarung mit dem Bauunternehmen JakutStroiCity, das 47,6 Millionen Rubel für eine Baugenehmigung zahlte. Die Abgabe sollte eigentlich den Bau neuer Schulplätze finanzieren, doch Gegner argumentieren, sie gehe nicht auf die eigentlichen Ursachen der Überlastung ein.

Wladimir Ju, Abgeordneter der Stadtduma von Jakutsk, stimmte gegen das Vorhaben. Er nannte es ein „städtebauliches Verbrechen an den kommenden Generationen“ und warnte, die Politik werde die letzten verbliebenen Grünflächen und Innenhöfe zerstören. Ju zufolge verlagert die Regelung die Verantwortung von Bürgermeister Jewgeni Grigorjew, dem er vorwirft, die notwendige Kontrolle über die Stadtentwicklung zu vernachlässigen.

Die Abgabe garantiert jedoch nicht, dass tatsächlich neue Schulen entstehen. Stattdessen droht sie, den bestehenden Druck auf das Bildungssystem und den Wohnungsmarkt weiter zu verschärfen. Ju und andere Kritiker betonen, die Politik stelle die Profite der Baufirmen über die Bedürfnisse der Bewohner und überlasse es den Familien, die Folgen zu tragen.

Die Infrastrukturabgabe hat heftigen Widerstand ausgelöst. Befürchtet wird, dass sie den Verlust von Freiflächen beschleunigt und die öffentlichen Dienstleistungen überlastet. Zwar können Baufirmen nun Beschränkungen umgehen, doch die langfristigen Auswirkungen auf Schulen und Lebenshaltungskosten bleiben ungewiss. Die Entscheidung der Stadt lässt viele Bewohner zweifeln, ob ihre Interessen ausreichend berücksichtigt werden.

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