Japan und Vietnam suchen nach Lösungen für schwindende Investitionen und wachsenden Handel
Emil LangeJapan und Vietnam suchen nach Lösungen für schwindende Investitionen und wachsenden Handel
Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi trifft heute in Hanoi ein, um hochrangige Gespräche mit der vietnamesischen Führung zu führen. Der Besuch erfolgt zu einer Zeit, in der der bilaterale Handel wächst, japanische Investitionen im Land in diesem Jahr jedoch stark zurückgegangen sind. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen wirtschaftliche Beziehungen, Energiepolitik und regionale Zusammenarbeit.
Takaichi wird sich mit Vietnams Staatschef To Lam und Außenminister Le Minh Hung treffen. Ziel der Gespräche ist es, die Umfassende Strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu vertiefen, die Bereiche wie Energie, Technologie und kritische Rohstoffe umfasst. Auch die regionale Stabilität wird auf der Agenda stehen.
Der Besuch folgt auf einen Rückgang japanischer Investitionszusagen in Vietnam um 75 Prozent im ersten Quartal – auf nur noch 233 Millionen US-Dollar. Trotz dieses Einbruchs stieg der bilaterale Handel im selben Zeitraum um 12,3 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar. Takaichi wird sich mit den Herausforderungen japanischer Unternehmen vor Ort befassen und auf Verbesserungen des Investitionsklimas in Vietnam drängen.
Während ihres Aufenthalts hält die Ministerpräsidentin eine Rede an der Nationaluniversität Vietnam. Im Anschluss reist sie im Rahmen ihrer Regionaltour nach Australien weiter.
Japan hatte sich vergangenen Jahr aus einem Atomkraftprojekt in Vietnam zurückgezogen und dabei auf einen nicht umsetzbaren Bauzeitplan verwiesen. Unterdessen überprüft Vietnam sein Verbot von benzinbetriebenen Motorrädern im Stadtzentrum Hanois – eine Regelung, die zuvor vom japanischen Hersteller Honda kritisiert worden war.
Die Gespräche in Hanoi zielen darauf ab, die wirtschaftliche Dynamik zwischen Japan und Vietnam neu zu beleben. Beide Seiten wollen Wege finden, um Investitionen und Handel zu fördern und gleichzeitig langfristige Partnerschaften in den Bereichen Energie und Technologie auszubauen. Takaichis Besuch unterstreicht die Bedeutung der bilateralen Beziehungen angesichts sich wandelnder regionaler Machtverhältnisse.






