02 April 2026, 14:30

Jeder zweite Jugendliche erlebt digitale sexualisierte Gewalt – was jetzt helfen kann

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internet-Penetration bis 2030", das die prozentualen Internetnutzungsquoten für vier Länder in farbigen Segmenten von 0% bis 100% darstellt.

Jeder zweite Jugendliche erlebt digitale sexualisierte Gewalt – was jetzt helfen kann

Eine aktuelle Studie hat besorgniserregende Ausmaße digitaler sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen in Deutschland aufgedeckt. Bis 2025 gab fast jeder zweite Befragte an, online sexualisierte Übergriffe erlebt zu haben – 24 Prozent waren von der nicht einvernehmlichen Weitergabe intimer Bilder betroffen. Fachleute betonen dringend den Bedarf an besserer Prävention, Aufklärung und Unterstützungssystemen, um das wachsende Problem einzudämmen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein zentraler Ansatz war ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen, bei dem in Workshops rund 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht wurden. Unter der Leitung der Expertin Yasmina Ramdani sollte die Initiative Jugendliche befähigen, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen und Online-Risiken zu erkennen.

Die Sonderauswertung der Jugendsexualitätsstudie Deutschlands zeigt, wie verbreitet digitale sexualisierte Gewalt mittlerweile ist: Fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlebten Formen sexualisierter Gewalt ohne körperlichen Kontakt. Bei Minderjährigen war fast ein Viertel bis 2025 von Cybergrooming betroffen – einer Taktik, bei der Täter Kinder und Jugendliche über Chats manipulieren, um sie später zu missbrauchen.

Viele Vorfälle ereignen sich in Freundeskreisen oder Schulchatgruppen, oft aufgrund von Naivität und mangelnder Medienkompetenz. Lehrkräfte fühlen sich besonders überfordert und sind häufig nicht ausreichend vorbereitet, um betroffene Schüler zu schützen. Auch Eltern kommt eine entscheidende Rolle zu: Experten raten ihnen, früh über Grenzen zu sprechen und verantwortungsvolles Online-Verhalten vorzuleben.

In Thüringen setzte Yasmina Ramdanis Präventionsworkshops auf innovative Methoden: Mit Tools wie Bingokarten verknüpfte sie digitale Erlebnisse mit realen Konsequenzen. Das von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz geförderte Projekt war bundesweit einzigartig. Ramdani betont, dass die digitale Sicherheit von Kindern maßgeblich davon abhängt, wie gut ihr Umfeld sie auf Online-Risiken vorbereitet.

Fachleute argumentieren zudem, dass Investitionen in Prävention langfristig Kosten sparen. Die emotionalen und sozialen Folgen digitaler sexualisierter Gewalt können Jahre anhalten – frühzeitige Gegenmaßnahmen sind daher Priorität.

Die Ergebnisse unterstreichen das Ausmaß des Problems: Fast die Hälfte der Jugendlichen ist betroffen. Schulen, Eltern und Politiker stehen unter Druck, Unterstützung und Aufklärung zu verbessern. Das Thüringer Pilotprojekt dient als Vorbild – doch bundesweite Maßnahmen sind nötig, um die Herausforderung flächendeckend anzugehen.

Lesen Sie auch:

Quelle