Kaliforniens Gouverneurswahl: Umweltbilanz und politische Widersprüche im Fokus
Emil LangeKaliforniens Gouverneurswahl: Umweltbilanz und politische Widersprüche im Fokus
Der Kampf um das Gouverneuramt in Kalifornien hat eine hitzige Debatte über die Umweltbilanz der Kandidaten und ihre politischen Unterstützer ausgelöst. Aktivisten und Kritiker hinterfragen die Positionen sowohl von Xavier Becerra als auch von Tom Steyer – beide stehen wegen ihrer früheren Verbindungen zu Branchen in der Kritik, die sie heute ablehnen.
Becerra sieht sich Vorwürfen des Umweltaktivisten Bill McKibben ausgesetzt, da er in der Vergangenheit Unterstützung aus der fossilen Brennstoffindustrie angenommen hat. Sein Amt kann jedoch eine starke Bilanz im Widerstand gegen die Trump-Regierung vorweisen: Es hat 122 Klagen gegen deren Politik eingereicht oder unterstützt. Die Politikbeobachterin Cathy Gregory argumentiert, dass Becerras legislative Erfahrung ihn zum besten Kandidaten mache, um Trumps antidemokratische und umweltschädliche Maßnahmen zu bekämpfen.
Steyer hingegen hat mindestens 130 Millionen Dollar aus eigenem Vermögen in seinen Wahlkampf gesteckt. Zwar nimmt er für diese Wahl keine Spenden aus der fossilen Brennstoffbranche an, doch Kritiker verweisen auf seine früheren Investitionen in Kohle und private Gefängnisse. Letztere profitieren besonders von der Inhaftierung von Migranten – ein System, das viele Progressive ablehnen. Gregory wirft Steyers Unterstützern vor, diese Widersprüche zu ignorieren, während sie gleichzeitig Becerra angreifen.
Steyers Engagement für den Umweltschutz wird zwar allgemein anerkannt, doch sein Mangel an gewähltem politischen Amt bleibt ein Diskussionspunkt. Becerra gilt dagegen als der Kandidat mit der tiefsten legislativen Erfahrung unter den Bewerbern.
Die Gouverneurswahl entscheidet sich nun daran, wie die Wähler die früheren Handlungen der Kandidaten gegen ihre aktuellen Versprechen abwägen. Becerras juristische Auseinandersetzungen mit Trump und Steyers selbstfinanzierter Wahlkampf verdeutlichen ihre unterschiedlichen Ansätze. Das Ergebnis wird zeigen, welche Bilanz bei den Wählerinnen und Wählern Kaliforniens mehr Anklang findet.






