Kaliforniens Nationalforste in Gefahr: US-Forstdienst kämpft mit Kürzungen und Führungschaos
Mila VoigtKaliforniens Nationalforste in Gefahr: US-Forstdienst kämpft mit Kürzungen und Führungschaos
Kaliforniens öffentliche Flächen stehen vor wachsenden Bedrohungen, während der US-Forstdienst (USFS) unter Haushaltskürzungen und Führungswechseln schwächelt. Durch Personalverluste und politische Kursänderungen kämpft die Behörde zunehmend damit, Schlüsselgebiete wie die Angeles- und Cleveland-Nationalforste zu schützen. Experten warnen, dass weitere Kürzungen die Umweltschäden in den rund 8 Millionen Hektar Nationalwald des Bundesstaats beschleunigen könnten.
Der USFS schrumpft seit Jahren. Allein in Kalifornien ging seit 2025 14 Prozent der Belegschaft für öffentliche Flächen verloren, bundesweit sank die Zahl der USFS-Mitarbeiter um 9 Prozent. In den letzten Wochen traten mindestens fünf Landesdirektoren zurück – eine Führungskrise mit gravierenden Folgen.
Der Kongress kürzt die Mittel für den USFS seit den 1990er-Jahren systematisch, besonders bei Programmen, die nicht der Brandbekämpfung dienen. Nun verschärfen neue Haushaltskürzungen und politische Weichenstellungen – darunter Versuche, die „Roadless Rule“ (Schutzregelung für unerschlossene Gebiete) auszuhebeln – die Lage zusätzlich. Auch die Verlegung des Hauptsitzes des Bureau of Land Management 2019 kostete die Behörde jahrzehntelanges Fachwissen – ein Muster, das sich nun beim USFS wiederholt.
Die Schließung des regionalen USFS-Büros in Kalifornien und die Verlagerung von Entscheidungsgewalt nach Washington lösten Alarm aus. Umweltorganisationen wie CalWild, die seit 50 Jahren diese Wälder erforscht und schützt, sind auf eine starke Zusammenarbeit mit dem USFS angewiesen. Doch mit weniger erfahrenem Personal droht die Behörde, Abholzung und Rohstoffabbau Vorrang vor dem Naturschutz einzuräumen – und macht die Wälder damit noch verwundbarer.
Der USFS agiert heute mit weniger Ressourcen, weniger Expertise und einem eingeschränkten Auftrag. Die Folgen werden die Kalifornier in ihren Nationalforsten zu spüren bekommen: Schwächere Kontrollen könnten ungebremste Erschließung begünstigen. Ohne Gegensteuer droht der Verlust von institutionellem Wissen und Finanzmitteln die geschützten Gebiete des Bundesstaats dauerhaft zu verändern.






