19 March 2026, 14:01

Kanada rückt näher an die EU – vom Sicherheitsprogramm zur möglichen Mitgliedschaft?

Ein Whiteboard mit einer handgezeichneten Karte von Kanada, beschriftet mit "Ressourcen" und "Mögliches Kanada", und einer Tasse Kaffee in der rechten oberen Ecke.

Kanada rückt näher an die EU – vom Sicherheitsprogramm zur möglichen Mitgliedschaft?

Die Europäische Union hat Schritte unternommen, um die Beziehungen zu Kanada zu vertiefen – als Teil ihres übergeordneten Ziels, ihren globalen Einfluss zu stärken. Im Februar 2026 trat Kanada offiziell der 150-Milliarden-Euro-Verteidigungsinitiative der EU bei, ein Zeichen für die Neuausrichtung internationaler Partnerschaften. Der Schritt folgt auf zunehmende Diskussionen über Kanadas mögliche künftige Rolle innerhalb des Blocks selbst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Beitritt Kanadas zum EU-Sicherheitsprogramm SAFE (Security Action for Europe) wurde Anfang 2026 bestätigt. Ministerpräsident Mark Carney begrüßte die Entscheidung als "entscheidenden Moment für die transatlantische Zusammenarbeit". Das SAFE-Programm zielt darauf ab, die gemeinsame Rüstungsproduktion zu beschleunigen und die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu verringern.

Die Idee eines kanadischen EU-Beitritts als Vollmitglied hat überraschend an Fahrt aufgenommen. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot nannte Kanada – neben Island – kürzlich als möglichen künftigen Kandidaten. Seine Äußerungen folgten auf Gespräche zwischen Finnlands Präsident Alexander Stubb und Carney, in denen eine engere Anbindung Kanadas an die EU erörtert wurde.

Noch vor kurzem galt eine kanadische EU-Mitgliedschaft als unrealistisch. Doch die angespannten Beziehungen zwischen Kanada und den USA haben die Debatte verändert. Der Vorschlag des damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem Jahr 2024, Kanada könnte der "51. Bundesstaat" der USA werden, belastete die Beziehungen zusätzlich. Nun sehen einige Politiker in der EU eine strategische Alternative für Kanada – auch wenn eine Vollmitgliedschaft vorerst in weiter Ferne liegt.

Die Bestrebungen der EU, sich als "dritte Supermacht" neben den USA und China zu etablieren, verleihen diesen Diskussionen zusätzliches Gewicht. Zwar gibt es noch keinen offiziellen Antrag, doch Kanadas Teilnahme an SAFE deutet auf eine vertiefte Zusammenarbeit hin, die über Handel und Verteidigung hinausgeht.

Die Aufnahme Kanadas in das SAFE-Programm festigt die sicherheitspolitischen Bindungen zu Europa. Gleichzeitig spiegelt der Schritt den ehrgeizigen Plan der EU wider, ihren globalen Einfluss auszubauen. Eine Vollmitgliedschaft bleibt zwar spekulativ, doch die aktuelle Debatte unterstreicht die verschiebenden Allianzen in einer unsicheren geopolitischen Landschaft.

Quelle