Kitas in NRW protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos"
Kitas in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
In Nordrhein-Westfalen haben Kitas mit Protesten gegen die geplanten Änderungen am Landes-Kinderbildungsgesetz (KiBiz) begonnen. Rund 50 Kinder, Erzieherinnen und Eltern versammelten sich im St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt, um auf Personalmangel und steigende Kosten aufmerksam zu machen. Die vom Netzwerk WIR-KITAs organisierten Kundgebungen markieren den Auftakt zu einem breiteren Widerstand gegen die Reformvorhaben.
Die Demonstration im St.-Josef-Kindergarten stand unter dem Motto "Wir sind sprachlos". Vanessa Frankenthal, die Leiterin der Einrichtung, betonte, dass die Bedürfnisse der Kinder aufgrund von Personalengpässen vernachlässigt würden. Gleichzeitig warnen Kritiker aus der Region Sauerland vor den geplanten "Kern- und Randzeiten" im Gesetzentwurf, die ihrer Meinung nach die Bildungsqualität verschlechtern könnten.
WIR-KITAs, vertreten durch Geschäftsführer Michael Stratmann, äußert seit Januar scharfe Kritik an den Plänen. Die Initiative argumentiert, dass der Entwurf für 2026 pädagogische Standards abschwäche, Überbelegungen zulasse und den Fokus von Bildung hin zu reiner Betreuung verschiebe. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Landesregierung jährlich 50 Millionen Euro zusätzlich für Personal und 200 Millionen Euro für das nächste Kita-Jahr bereitstellen will.
Trotz dieser finanziellen Zusagen berichten Einrichtungen von anhaltenden Problemen. Die bereits in diesem Jahr eingeführte KiBiz-Reform hat die Inflation nicht ausreichend berücksichtigt, sodass Kitas mit explodierenden Energiekosten und chronischem Personalmangel kämpfen. In den kommenden Wochen sind ähnliche Proteste an weiteren Kindertageseinrichtungen zu erwarten.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, treten sie im nächsten Jahr in Kraft. Bisher haben sich in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens keine vergleichbaren Proteste formiert. Wie die Landesregierung auf die Forderungen von Erziehern und Eltern reagiert, könnte sich an den weiteren Entwicklungen dieser Demonstrationen zeigen.






