Klimagipfel in Kolumbien: 50 Länder diskutieren fossilen Ausstieg – ohne die größten Emittenten
Hannah RichterKlimagipfel in Kolumbien: 50 Länder diskutieren fossilen Ausstieg – ohne die größten Emittenten
Über 50 Länder, darunter wichtige Erdölproduzenten und -verbraucher, haben sich in Kolumbien zu einer Konferenz über den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen versammelt. Die Veranstaltung findet statt, während die globalen CO₂-Emissionen mit 38,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreichen – ein Anstieg von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch einige der größten Emittenten der Welt – China, die USA, Indien, Saudi-Arabien und Russland – nehmen nicht an den Gesprächen teil.
Die Konferenz findet in der Nähe eines wichtigen kolumbianischen Kraftstofflagers statt, ein Ort, der die Spannung zwischen Klimazielen und der anhaltenden Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verdeutlicht. Die Delegierten werden sich auf praktische Herausforderungen konzentrieren und nationale sowie internationale Pläne für den Übergang weg von Öl, Gas und Kohle erarbeiten. Die Ergebnisse werden jedoch in einem Abschlussbericht zusammengefasst – nicht in einem rechtlich verbindlichen Abkommen.
Kolumbien selbst steht vor Hindernissen beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, darunter eine sich verschärfende Gasknappheit und politische Unsicherheit vor den anstehenden Wahlen. Die Konferenz spiegelt auch die wachsende Frustration über das langsame Tempo des Wandels wider, trotz der Zusagen, die auf früheren Klimagipfeln wie der COP28 und der COP30 gemacht wurden.
Wissenschaftler warnen, dass die aktuellen Klimapolitiken die Welt auf einen Kurs bringen, der die Temperaturgrenzen des Pariser Abkommens überschreiten wird. Prognosen zufolge könnte die Erderwärmung bis 2100 um 2,3 bis 2,5 Grad Celsius steigen. Die Konferenz ist ein Versuch, diese Lücken zu schließen – allerdings ohne die Beteiligung der größten Verschmutzer.
Die Gespräche in Kolumbien werden keine verbindlichen Regeln hervorbringen, könnten aber künftige Klimastrategien prägen. Angesichts weiter steigender Emissionen und der Abwesenheit zentraler Nationen unterstreicht die Veranstaltung sowohl die Dringlichkeit als auch die Hindernisse beim Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Abschlussbericht könnte die Diskussionen bei der nächsten Runde der globalen Klimaverhandlungen beeinflussen.






