Klimaprotest am Kanzleramt: Greenpeace fordert Ende der fossilen Politik
Hannah RichterKlimaprotest am Kanzleramt: Greenpeace fordert Ende der fossilen Politik
Das aktualisierte Klimaschutzprogramm Deutschlands wurde am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet. Der Plan sieht vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent zu senken und bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören der Ausbau von Windkraftanlagen an Land und die Förderung klimaresistenter Mischwälder.
Während das Kabinett die neue Klimastrategie finalisierte, kletterten sechs Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten auf einen Kran in der Nähe des Bundeskanzleramts. Gegen 5:55 Uhr erreichten sie die Konstruktion und seilten sich später ab, wobei sie ein Transparent mit der Aufschrift "Freiheit statt fossile Politik" entrollten. Vier Protestierende stiegen mit dem Banner ab, zwei blieben auf dem Kran zurück.
Die Gruppe inszenierte die Aktion als Kritik an der anhaltenden Abhängigkeit Deutschlands von Öl und Gas. Bis 8:40 Uhr hatten alle Aktivistinnen und Aktivisten den Kran freiwillig verlassen. Die Berliner Polizei hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.
Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, bezeichnete den Klimaplan der Regierung als "unrealistisch optimistisch". Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme der Bundesregierung zu dieser Kritik vor.
Die Protestaktion unterstrich die Spannungen zwischen Klimaschützern und der Energiepolitik der Regierung. Zwar setzt das überarbeitete Programm ehrgeizige Ziele, doch Experten und Aktivisten zweifeln daran, ob die Maßnahmen ausreichen. Die Polizei untersucht den Vorfall am Kanzleramt weiterhin.






