Klimawandel kostet Europa 162 Milliarden – doch Estlands Energiepolitik bleibt riskant
Lina SeidelKlimawandel kostet Europa 162 Milliarden – doch Estlands Energiepolitik bleibt riskant
Klimawandel bleibt eine ernste finanzielle Bedrohung für Europa
In den vergangenen fünf Jahren haben klimabedingte Schäden in Europa Kosten von insgesamt 162 Milliarden Euro verursacht. Keit Pentus-Rosimannus, Mitglied des Europäischen Rechnungshofs, warnt, dass die Bewältigung der Klimakrise für die Zukunft des Kontinents unverzichtbar bleibt. In ihrem jüngsten Bericht thematisiert sie zudem die wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen Estland bei seinen Energieentscheidungen steht – insbesondere die hohen Kosten und die Undurchführbarkeit einer Wiederbelebung der Ölschieferförderung.
Im Februar 2023 war Estland stark von Stromimporten abhängig, die 43 Prozent des Verbrauchs deckten. Weitere 35 Prozent stammten aus der inländischen Erzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe, vor allem Ölschiefer. Windkraft hingegen lieferte im selben Zeitraum ein Fünftel des gesamten Strombedarfs in den baltischen Staaten.
Pentus-Rosimannus betont, dass Estlands Energiesicherheit eng mit der Stabilität Europas verknüpft ist. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass die globalen Investitionen in saubere, erneuerbare Energien mittlerweile doppelt so hoch sind wie jene in fossile Brennstoffe. Trotz dieses Wandels hält sie eine Rückkehr Estlands zur Ölschiefernutzung für unklug und teuer für die Verbraucher.
Zu ihren jüngsten Arbeiten gehört ein Sonderbericht über die Versorgung der EU mit wirtschaftlich kritischen Rohstoffen. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit nachhaltiger Energielösungen, da Europa mit steigenden klimabedingten Kosten konfrontiert ist.
Die finanziellen Folgen des Klimawandels belaufen sich für die EU in den letzten Jahren auf 162 Milliarden Euro. Estlands Energiepolitik – insbesondere die Abhängigkeit von Importen und fossilen Brennstoffen – spiegelt die größeren Herausforderungen wider, Sicherheit und Bezahlbarkeit in Einklang zu bringen. Die Warnungen von Pentus-Rosimannus verdeutlichen, wie dringend der Übergang zu saubereren und nachhaltigeren Energiequellen ist.






