Knaufs Gipsabbau in Nordbayern rückt näher – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Mila VoigtKnaufs Gipsabbau in Nordbayern rückt näher – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Die Pläne des Baukonzerns Knauf zum Gipsabbau in Nordbayern sind einem Genehmigungsschritt nähergekommen. Die Regierung von Unterfranken kam in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass das Vorhaben bei Einhaltung strenger Auflagen keine unkontrollierbaren Risiken birgt. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Bergbehörde Nordbayern, die bis Jahresende erwartet wird.
Das geplante Abbaugebiet ist von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Stadt Würzburg und umliegender Gemeinden. Die behördliche Prüfung ergab, dass der Gipsabbau unter bestimmten Schutzmaßnahmen sicher durchgeführt werden könne. Dennoch bleibt ein Restrisiko, das als „beherrschbar“ eingestuft wurde – bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten jedoch eingestellt werden.
Knauf begrüßte die Einschätzung als fachliche Bestätigung des Projekts. Das Unternehmen plant, über 50 Jahre hinweg jährlich eine Million Tonnen Gips zu fördern. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden 79 Behörden angehört und mehr als 4.300 öffentliche Einwände geprüft.
Kritik kommt von Patrick Friedl von den Grünen, der der Bewertung vorwirft, die Gefährdung der Trinkwasserversorgung zu unterschätzen. Eine Online-Petition gegen das Vorhaben hat zudem über 5.600 Unterschriften gesammelt.
Die Bergbehörde Nordbayern wird noch in diesem Jahr die abschließende Entscheidung treffen. Knauf muss sich an die von der Regierung festgelegten strengen Auflagen halten. Bei einer Genehmigung wird das Projekt unter engmaschiger Überwachung durchgeführt, um die Grundwasserressourcen zu schützen.
