Koblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Schulkostenregelungen
Emil LangeKoblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Schulkostenregelungen
Koblenz steht vor einem Finanzloch von über 5 Millionen Euro durch veraltete Zuschussregelungen
Die Stadt Koblenz sieht sich mit einem Haushaltsdefizit von mehr als 5 Millionen Euro konfrontiert – verursacht durch veraltete Kostenbeteiligung der umliegenden Landkreise. Seit Jahren decken die Zahlungen für berufsschulpflichtige Teilzeit-Schüler:innen bei Weitem nicht die tatsächlichen Ausgaben, was der Stadt wachsende Verluste beschert. Nun drängen die Verantwortlichen auf Änderungen und prüfen mögliche Entschädigungsansprüche.
Seit 2014 hat Koblenz durch die aktuelle Pauschale von 190 Euro pro Schüler:in über 5 Millionen Euro verloren – denn die realen Durchschnittskosten liegen bei 406,80 Euro. Diese Lücke führt zu einem jährlichen Fehlbetrag von mehr als 400.000 Euro und belastet den städtischen Haushalt erheblich.
Der Rechnungsprüfungsausschuss wirft die Frage auf, warum die Kreisumlagen nie an die steigenden Kosten angepasst wurden. Infolgedessen untersucht die Stadt nun, ob sie sich selbst finanziell geschadet hat – und ob eine Berufshaftpflichtversicherung Teile der Verluste abdecken könnte.
Nachbesserungen und künftige Anpassungen Um das Problem zu lösen, werden die Beiträge der umliegenden Landkreise rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler:in erhöht. Ab 2028 steigt der Satz weiter auf 400 Euro. Betroffen sind die Landkreise Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald.
Langfristig plant die Stadt, die Kostenentwicklung an Berufsschulen regelmäßig zu überprüfen. So sollen künftige Kreisumlagen rechtzeitig angepasst werden, um weitere finanzielle Belastungen zu vermeiden.
Die Änderungen bringen Koblenz näher daran, die tatsächlichen Kosten der Berufsausbildung zu decken. Durch die rückwirkenden Erhöhungen und strengere Kontrollen will die Stadt vergangene Verluste vermeiden. Zudem könnte die Prüfung möglicher Entschädigungsansprüche zusätzliche Entlastung für den Haushalt bringen.






