29 April 2026, 12:34

Kolumbiens Flusspferd-Problem: Escobars Erbe wird zur Gefahr für Anwohner

Ausführliche alte Karte von Kolumbiens Provinzen auf vergilbtem Papier mit schwarzem Hintergrund, die geografische Merkmale und Stadtnamen zeigt.

Kolumbiens Flusspferd-Problem: Escobars Erbe wird zur Gefahr für Anwohner

Kolumbiens wachsende Flusspferd-Population sorgt für Besorgnis

Die zunehmende Zahl an Flusspferden in Kolumbien bereitet Anwohnern und Behörden gleichermaßen Kopfzerbrechen. Die Tiere, die in den 1980er-Jahren vom Drogenboss Pablo Escobar ins Land gebracht wurden, streifen heute frei über weite Gebiete. Fischer und Bewohner sehen sich täglich Risiken ausgesetzt, während die Regierung Gegenmaßnahmen vorbereitet.

Mittlerweile leben etwa 200 Flusspferde in Kolumbien – alle Nachkommen von vier Tieren, die Escobar einst für seinen Privatzoo importierte. Ohne natürliche Fressfeinde und in einem ihnen zusagenden Klima haben sie sich über rund 43.000 Quadratkilometer ausgebreitet. Ihre Präsenz ist so allgegenwärtig geworden, dass Fischer am Magdalena-Fluss kaum noch auf Sichtungen reagieren, besonders in der Dämmerung.

Doch die Tiere bergen ernste Gefahren: Sie können plötzlich auftauchen und mit Tempi von bis zu 8 km/h im Wasser bzw. 30 km/h an Land angreifen. Fischer fürchten Übergriffe, denn ein Flusspferd kann einen Menschen mühelos schwer verletzen oder töten. Gleichzeitig locken die Tiere in Puerto Triunfo Touristen an und bescheren der Gemeinde dringend benötigte Einnahmen. Viele Anwohner befürchten, dass eine Entfernung der Flusspferde ihre Lebensgrundlage zerstören würde.

Um die Population einzudämmen, hat die Regierung einen Plan vorgelegt. Dieser sieht die Unterbringung in Gehegen, die Umsiedlung in internationale Schutzgebiete oder Zoos sowie – als letzte Option – die Tötung vor. Noch in diesem Jahr sollen rund 80 Tiere keuliert werden, um ein weiteres Wachstum zu verhindern. Ohne Eingriffe, warnen Beamte, könnte die Population bis 2030 auf über 500 anwachsen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Strategie der Regierung zielt darauf ab, Sicherheit und Artenschutz in Einklang zu bringen. Während ein Teil der Flusspferde getötet werden soll, könnten andere umgesiedelt werden. Bis dahin müssen die Einheimischen lernen, mit den Risiken – und den Vorteilen – des Zusammenlebens mit diesen mächtigen Tieren umzugehen.

Lesen Sie auch:

Quelle