Korruptionsverdacht: Malaysias gescheiterter Milliardendeal mit ARM Holdings unter der Lupe
Lina SeidelKorruptionsverdacht: Malaysias gescheiterter Milliardendeal mit ARM Holdings unter der Lupe
Die malaysische Antikorruptionsbehörde untersucht einen Halbleiter-Deal im Wert von 1,11 Milliarden Ringgit zwischen der Regierung und dem britischen Unternehmen ARM Holdings. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen mutmaßliche Verfehlungen im Zusammenhang mit dem inzwischen gescheiterten Projekt. Die Behörden warnten, dass mangelnde Kooperationsbereitschaft zu internationalen Strafverfolgungsmaßnahmen führen könnte.
Die Malaysian Anti-Corruption Commission (MACC) leitete ihre Untersuchungen zu dem Vorhaben bereits 2023 ein. Seither haben sich die Beziehungen zwischen der malaysischen Regierung und ARM Holdings verschlechtert. 2024 zog sich ARM aus der Partnerschaft zurück und begründete dies mit Korruptionsvorwürfen gegen den damaligen Ministerpräsidenten Ismail Sabri und weitere Amtsträger. Bis April 2026 gab es keine bekannten Bemühungen, das Projekt wiederzubeleben.
Bisher hat die MACC Aussagen von 17 Zeugen protokolliert und wichtige Dokumente sichergestellt. Acht weitere Personen, darunter einige im Ausland, sollen in Kürze vernommen werden. Zu ihnen gehört auch James Chai, eine zentrale Figur in dem Fall, dem mehrfach Fristverlängerungen für seine Aussage gewährt wurden.
Die Behörde betont, dass alle Zeugen mit den Ermittlungen zusammenarbeiten müssen. Um Chais Mitwirkung zu gewährleisten, hat die MACC sogar angeboten, seine Flugkosten nach Malaysia zu übernehmen. Gleichzeitig warnten die Ermittler, dass eine Weigerung internationale Zusammenarbeit über Interpol oder ausländische Strafverfolgungsbehörden nach sich ziehen könnte.
Wiederholt versicherte die MACC, die Untersuchungen professionell, unabhängig und streng nach Beweislage durchzuführen. Die Ermittlungen zu dem gescheiterten Halbleiter-Deal über 1,11 Milliarden Ringgit dauern weiterhin an. Die Behörde sammelt weiterhin Zeugenaussagen und Beweismaterial und weist auf die rechtliche Verpflichtung aller Beteiligten hin, bei den Untersuchungen mitzuwirken. Seit dem Scheitern des Projekts und dem Rückzug von ARM im Jahr 2024 liegt die Initiative auf Eis.






