Kreisumlage im Rhein-Kreis Neuss steigt um 45 Prozent – Kommunen fordern Reformen
Mila VoigtKreisumlage im Rhein-Kreis Neuss steigt um 45 Prozent – Kommunen fordern Reformen
Kommunen im Rhein-Kreis Neuss stehen unter wachsendem Finanzdruck, da die Kreisumlage – eine verpflichtende Abgabe an den Kreis – weiter steigt. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist der Betrag pro Einwohner um 45 Prozent geklettert, was die Haushalte der Städte belastet und Forderungen nach einer Reform laut werden lässt. Nun fordert Grevenbroichs Bürgermeister Entlastung für die kämpfenden Kommunen.
Die Kreisumlage im Rhein-Kreis Neuss ist seit 2021 stark angestiegen. Damals zahlte jeder Einwohner 285 Euro, doch bis 2025 stieg der Betrag auf 412 Euro – ein Plus von 45 Prozent. Höhere Sozialausgaben und Kosten für Geflüchtete haben diesen Anstieg vorangetrieben, wobei Städte wie Grevenbroich (428 Euro pro Einwohner), Dormagen (441 Euro) und Neuss (352 Euro) besonders betroffen sind. Für diese Kommunen frisst die Umlage mittlerweile einen erheblichen Teil ihrer Haushalte auf.
In Grevenbroich reichen die prognostizierten Gewerbesteuereinnahmen für 2026 nicht einmal aus, um die Kreisumlage vollständig zu decken – die finanzielle Belastung der Stadt verschärft sich damit weiter. Bürgermeister Klaus Krützen kritisiert, dass die steigenden Kosten lokale Investitionen in Infrastruktur und soziale Dienstleistungen untergraben. Er besteht darauf, dass der Kreis die Last gerechter verteilen muss.
Krützen unterstützt nun kommunale Verbände, die strengere Haushaltskontrollen fordern. Sein Vorschlag: ein rechtlich verbindliches Sparziel von zwei Prozent im Kreishaushalt, um die finanzielle Belastung der Städte zu begrenzen. Er präsentiert die Idee als faire, solidarische Lösung, die den Druck auf die kommunalen Finanzen mindert, ohne die notwendige Finanzierung des Kreises zu gefährden.
Der kontinuierliche Anstieg der Kreisumlage zwingt die Städte, bei essenziellen Leistungen zu sparen und geplante Vorhaben zu verschieben. Ohne Änderungen werden Kommunen wie Grevenbroich weiterhin kämpfen, ihre Haushalte auszugleichen. Mit seiner Forderung nach einem Sparziel rückt Bürgermeister Krützen den Rhein-Kreis Neuss nun in den Fokus, eine langfristige Lösung zu finden.






