15 April 2026, 14:40

Kreuz-Kunst im Stephansdom: Warum Arnulf Rainers Ausstellung für Eklat sorgt

Gemälde einer Kircheninnenansicht mit Menschen, Säulen, Bögen, Wandskulpturen und einem Kreuz im Hintergrund.

Kreuz-Kunst im Stephansdom: Warum Arnulf Rainers Ausstellung für Eklat sorgt

Umstrittene Ausstellung: Arnulf Rainers Kreuz-Kunst in Wiener Stephansdom polarisiert

Im Wiener Stephansdom hat eine umstrittene Ausstellung mit kreuzbezogenen Werken des Künstlers Arnulf Rainer eröffnet. Die Schau präsentiert 77 Exponate aus dem Privatbesitz des Sammlers Werner Trenker. Doch die Familie des Künstlers und Kritiker werfen dem Dom vor, damit gegen Rainers eigenen Willen zu verstoßen.

Die Ausstellung war zwar zunächst von Rainer vor seinem Tod genehmigt worden, später bezeichnete er die Zustimmung jedoch als Missverständnis. Seine Angehörigen bestehen nun darauf, dass die Werke – als nicht-religiös konzipiert – keinen Platz in einer Kirche hätten. Domvertreter betonen hingegen, die Kreuze seien nie als Träger religiöser Bedeutung gedacht gewesen.

Sammler Werner Trenker versuchte vergeblich, die Bedenken der Familie zu zerstreuen und den Konflikt beizulegen. Kritiker ziehen Parallelen zum Verbot des Dramatikers Thomas Bernhard, dessen Stücke am Wiener Burgtheater nicht aufgeführt werden dürfen. Die Debatte wirft ein Schlaglicht auf Rainers ambivalentes Verhältnis zur katholischen Kirche, die seine Kunst einst sowohl förderte als auch ausstellte.

Der neue Erzbischof Josef Grünwidl begrüßt die Schau – eine Haltung, die mit konservativeren Kirchentraditionen bricht. Die Entscheidung, die Werke in einem so prominenten sakralen Raum zu zeigen, hält die Spannungen aufrecht.

Trotz anhaltender Proteste bleibt die Ausstellung geöffnet. Die Domleitung steht zu ihrer Entscheidung, während Rainers Familie weiterhin die Entfernung der Kunstwerke fordert. Der Streit verdeutlicht den Konflikt zwischen künstlerischer Intention und institutioneller Deutung.

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