30 April 2026, 10:37

Krise im Hormus-Engpass lässt Kunststoffpreise explodieren und Lieferketten wanken

Tortendiagramm, das die globale Kunststoffmarktverteilung nach Branchen im Jahr 2017 zeigt, mit Abschnitten, die nach Wachstumsprozenten bemessen sind, und begleitenden Textdetails.

Krise im Hormus-Engpass lässt Kunststoffpreise explodieren und Lieferketten wanken

Verwerfungen in der Straße von Hormus erschüttern die globalen Kunststoffmärkte

Die Krise in der Straße von Hormus hat die Preise für Neuware-PET in die Höhe getrieben – verursacht durch steigende Rohölkosten und Lieferverzögerungen. Gleichzeitig zeigen recycelte Materialien gemischte Effekte, da Käufer nach Alternativen zu teuren Neuware-Polymeren suchen.

Die Krise im Hormus-Engpass trifft die Polymer-Lieferketten hart. Rund 12,5 Millionen Tonnen Polyethylen – fast drei Viertel der weltweit gehandelten 17 Millionen Tonnen Polyolefine – passieren diese Region. Da der Nahen Osten 2025 voraussichtlich 25 % der globalen Grundstoffchemikalien und Kunststoffe exportieren wird, hat die Blockade die Verfügbarkeit stark eingeschränkt.

Die Preise für Neuware-PET sind angesichts höherer Rohölkosten und logistischer Engpässe stark angestiegen. Europa, das 33 % seines Paraxylols (PX) und 40 % der gereinigten Terephthalsäure (PTA) aus dem Nahen Osten und Asien bezieht, sieht sich nun mit einer angespannten Polyester-Versorgung konfrontiert. Die Spotpreise für Neuware-Polyolefine sind aufgrund rückläufiger Importe und Rohstoffknappheit in die Höhe geschnellt.

Die Recyclingmärkte reagieren unterschiedlich. Postindustriell recyceltes Polypropylen (rPP) verzeichnet die stärksten Preisanstiege, da sich die Preislücke zwischen Neuware und Recyclinggranulat vergrößert. Die Nachfrage nach recyceltem PET (rPET) bleibt stabil, doch steigende Transportkosten könnten die Preise bald nach oben treiben. Kostenbewusste Käufer erkundigen sich vermehrt nach rPET – besorgt über Lieferengpässe und explodierende Preise bei Neuware-PET.

Zusätzlicher Druck droht für die Polyolefin-Versorgung in Europa. Rohstoffengpässe und Werksschließungen könnten die Knappheit verschärfen, während die Märkte für recycelte Polyolefine bisher nur begrenzt betroffen sind – auch wenn die Substitutionstrends je nach Branche variieren.

Die Störungen haben die Kunststoffpreise neu geordnet: Neuware trägt die Hauptlast der Belastung, während recycelte Alternativen wie rPP an Boden gewinnen, da Käufer nach günstigeren Optionen suchen. Transportkosten und Rohstoffknappheit werden voraussichtlich sowohl die Neuware- als auch die Recyclingmärkte in den kommenden Monaten unter Druck halten.

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