03 April 2026, 01:12

Lehrplan-Debatte in Portugal: Soll Saramago aus dem Unterricht verschwinden?

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Lehrplan-Debatte in Portugal: Soll Saramago aus dem Unterricht verschwinden?

Die Überarbeitung der zentralen Lehrpläne für den Portugiesischunterricht in Portugal steht nun zur öffentlichen Stellungnahme bereit. Die Konsultation läuft bis zum 28. dieses Monats. Bereits jetzt gibt es kontroverse Diskussionen über die vorgeschlagenen Änderungen, darunter die Rolle des Autors José Saramago im Lehrplan.

Fernando Alexandre, eine einflussreiche Stimme in der Debatte, argumentierte, dass José Saramago nicht länger verbindlicher Bestandteil des Lehrstoffs sein sollte. Stattdessen schlug er vor, die Auswahl zu erweitern und andere portugiesische Autoren einzubeziehen. Trotz seiner Kritik betonte er, dass der aktuelle Entwurf selbst keine gravierenden Mängel aufweise.

Die Sozialistische Partei (PS) äußerte Bedenken und verwies auf den historischen Kontext des Überarbeitungsprozesses. Die Regierung wies hingegen Vorwürfe einer ideologischen Beeinflussung zurück und beharrte darauf, dass die Änderungen neutral seien.

Zudem kamen Fragen zur Verfügbarkeit von Unterricht für Schüler auf. Der Bildungsminister nannte keine Zahlen dazu, wie viele Schüler noch immer keinen Portugiesischunterricht erhalten. Alexandre konterte, die Daten des Ministeriums zu Lehrkräftemangel seien fehlerhaft – in einigen Schulen gebe es sogar einen Überschuss an Personal. Die Regierung erklärte jedoch, die Beseitigung nicht zugeteilter Unterrichtsstunden habe höchste Priorität.

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Die Öffentlichkeit kann noch bis zum 28. des Monats Feedback zu den vorgeschlagenen Sprachstandards einreichen. Die Verantwortlichen betonen, die Überprüfung erfolge vorurteilsfrei, während Kritiker eine größere literarische Vielfalt fordern. Die Debatte über den Zugang der Schüler zu Unterricht bleibt indes ungelöst – mit widersprüchlichen Angaben zu Lehrkapazitäten und ministeriellen Aufzeichnungen.

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