Linke fordert radikale Mietendeckel – doch wer profitiert wirklich?
Berlins Wohnungsnot treibt die Linke zu einem neuen "Mietensicherungsgesetz"
Die Linke hat einen Entwurf für ein "Mietensicherungsgesetz" vorgelegt, das Mieten für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen deckeln soll. Der Plan sieht vor, dass Vermieter einen Teil ihrer Wohnungen zu sogenannten "sozialverträglichen" Preisen anbieten müssen – mit strengeren Auflagen für Besitzer größerer Immobilienportfolios. Die explodierenden Mieten, die in Berlin-Mitte um 42 Prozent und in den Außenbezirken um 38 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre gestiegen sind, haben den Handlungsdruck weiter verschärft.
Laut dem Vorschlag der Linken müssten Vermieter mit 50 oder mehr Wohnungen 30 Prozent der neu frei werdenden Einheiten als "sozialverträglich" ausweisen. Bei Besitz von 501 bis 1.000 Wohnungen steigt der Anteil auf 40 Prozent. Die größten Vermieter würden die schärfsten Regeln treffen: Jede zweite frei werdende Wohnung unterläge dann der Obergrenze.
Die Spitzenkandidatin der Partei, Eralp, wirft dem aktuellen Senat vor, eine "Mietenmafia" zu begünstigen, und verspricht, sich an die Seite der Mieter zu stellen, die unter den hohen Kosten ächzen. Sie besteht darauf, dass Haushalte nicht mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete ausgeben sollten – damit genug bleibt, um grundlegende Bedürfnisse zu decken, etwa den Kinobesuch mit den Kindern. Falls gewählt, will Eralp das Gesetz umgehend durchsetzen, vorausgesetzt, eine Koalition unterstützt den Vorstoß.
Unterdessen fordert Katrin Schmidberger von den Grünen die SPD auf, sich noch vor der Wahl hinter ein stärkeres Wohnungsgesetz zu stellen. Der Entwurf der Linken lässt jedoch offen, was "sozialverträglich" konkret in Euro und Cent bedeutet, und setzt stattdessen auf prozentuale Vorgaben.
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der der Berliner Wohnungsmarkt weiter unter massivem Druck steht und die Mieten seit 2021 stark angestiegen sind. Würde das Gesetz verabschiedet, beträfe es direkt Tausende Wohnungen – vor allem solche, die von Großvermietern verwaltet werden. Sein Erfolg hängt jedoch von der Unterstützung einer Koalition und einer klaren Definition ab, was überhaupt als "sozialverträgliche" Miete gilt.
Past promises and political delays shape Berlin's housing battle
The Linke's proposal builds on a long history of stalled housing reforms. The SPD's 2021 Wohnraumsicherungsgesetz failed to deliver concrete action, while Staatssekretär Stefan Machulik's 2025 pledge for an Eckpunktepapier remains unfulfilled. These repeated delays have pushed the Linke to adopt stricter measures, including mandatory social quotas for landlords. The party's focus on immediate rent caps contrasts with the Greens' more gradual approach, highlighting Berlin's deepening housing crisis.






