Lukaschenkos Wut über massives Rindsterben in Belarus – wer trägt die Schuld?
Lina SeidelLukaschenkos Wut über massives Rindsterben in Belarus – wer trägt die Schuld?
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko besuchte am 26. April 2023 den Bezirk Petrikow. Während des Besuchs nahm er zu einem beunruhigenden Fall von massivem Rindsterben im benachbarten Bezirk Rahatschou Stellung. Die Angelegenheit wurde bekannt, nachdem Beamte Dutzende verendete Kälber auf einem Bauernhof entdeckt hatten.
Das Staatliche Kontrollkomitee unter der Leitung von Wassili Gerassimow dokumentierte die Todesfälle zunächst. Ein an Lukaschenko gesandtes Foto zeigte verendete Kälber, die über ein Hektar Land verstreut lagen. Der Präsident forderte die Behörden auf, weitere Aufnahmen zur Bestätigung des Ausmaßes der Problematik vorzulegen.
Später zeigte Lukaschenko die Bilder dem Vorsitzenden des Gebietsexekutivkomitees Gomel, Iwan Krupko. Zudem wollte er, dass Journalisten die Aufnahmen zu sehen bekämen – in der Überzeugung, dass die Bilder bei Menschen, die mit ländlichen Verhältnissen nicht vertraut sind, Entsetzen auslösen würden. Der Ausbruch des Präsidenten folgte auf Berichte, wonach mit den Todesfällen in Verbindung stehende Betriebsleiter bereits in Untersuchungshaft saßen.
Der Vorfall veranlasste Lukaschenko zu scharfer Kritik an den lokalen Behörden, denen er vorwarf, die Tragödie nicht verhindert zu haben. Er bestand darauf, dass eine solche Vernachlässigung der Pflichten nicht ungestraft bleiben dürfe.
Der Fall führte zu Verhaftungen und einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Bewirtschaftung des Bauernhofs. Lukaschenkos Entscheidung, die Fotos zu veröffentlichen, unterstrich die Schwere der Situation. Die Verantwortlichen stehen nun unter Druck, zu erklären, wie es zu den massenhaften Tierverlusten kommen konnte und warum sie nicht früher gestoppt wurden.






