Machtkampf im Kunsthistorischen Museum: Direktorin wirft Führung Einschüchterung vor
Mila VoigtMachtkampf im Kunsthistorischen Museum: Direktorin wirft Führung Einschüchterung vor
Die Spannungen im Verein des Kunsthistorischen Museums (KHM) haben sich zugespitzt: Der Betriebsrat fordert eine unabhängige Untersuchung schwerwiegender Vorwürfe. Mitarbeiter beschreiben das Arbeitsklima als zunehmend belastend, insbesondere seit den Umstrukturierungen im vergangenen Jahr. Im Mittelpunkt des Konflikts steht Veronika Sandbichler, die Direktorin von Schloss Ambras, die öffentlich die Vorgehensweise der Museumsleitung kritisiert.
Sandbichler behauptet, sie und ihr Team hätten in mehreren Sitzungen detaillierte Vorschläge an die KHM-Führung herangetragen. Sie wirft den Verantwortlichen vor, weder konstruktives Feedback zu geben noch Entscheidungen zu treffen – und zeigt sich enttäuscht über mangelnde Dialogbereitschaft. Bei einer Pressekonferenz wies sie die Aussagen der Leitung als haltlos zurück und enthüllte, zwei offizielle Rügen erhalten zu haben – im Oktober 2025 und im Jänner 2026 –, die sie als Einschüchterungsversuche bezeichnet.
Marianne Novotny-Kargl, Vorsitzende des Betriebsrats, kritisiert die Führung für unzureichende Kommunikation und fehlende Unterstützung während der Umstrukturierung. Seit Beginn des Prozesses habe die Zahl der Beratungsgespräche stark zugenommen – ein Zeichen für die wachsende Verunsicherung der Belegschaft. Der Betriebsrat pocht nun auf eine lückenlose, transparente Aufklärung durch externe Stellen, um die eskalierenden Probleme zu bearbeiten.
Unterdessen verzeichnete Schloss Ambras unter Sandbichlers Leitung 2024 einen Rückgang der Besucherzahlen um zwölf Prozent. Gleichzeitig stieg der Ticketumsatz im selben Zeitraum um 16 Prozent.
Der Streit offenbart tiefe Gräben zwischen Belegschaft und Führung im KHM-Verein. Angesichts der lauter werdenden Forderungen nach einer externen Untersuchung bleibt abzuwarten, wie die Leitung auf die Mitarbeiterbeschwerden reagiert – und welche Auswirkungen dies auf den Museumsbetrieb haben wird. Das Ergebnis könnte die künftigen Arbeitsbedingungen und das öffentliche Ansehen der Institution prägen.






