Machtkampf in Kenias ODM: Generalsekretär Sifuna abgesetzt – Partei gespalten
Lina SeidelMachtkampf in Kenias ODM: Generalsekretär Sifuna abgesetzt – Partei gespalten
Ein erbitterter Machtkampf hat Kenias Orange Democratic Movement (ODM) erschüttert. Das Nationale Exekutivkomitee der Partei entband kürzlich Edwin Sifuna von seinem Amt als Generalsekretär – ein Schritt, der zur Abspaltung einer innerparteilichen Gruppe führte und die Gräben innerhalb der Oppositionspartei weiter vertiefte.
Die Auseinandersetzung eskalierte, nachdem Catherine Omanyo, die Frauenvertreterin des Bezirks Busia, Sifunas Führung öffentlich kritisiert hatte. Sie warf ihm vor, sie während ihrer Zeit als stellvertretende Generalsekretärin ignoriert und kaum in Entscheidungsprozesse eingebunden zu haben. Omanyo gab an, das volle Ausmaß ihrer Aufgaben erst erfasst zu haben, als Protokolle einer internen Sitzung verlesen wurden.
Am 11. Februar 2026 ernannte die ODM Omanyo zur kommissarischen Generalsekretärin und ersetzte damit Sifuna. Die Entscheidung löste Gegenwehr aus: Zwar signalisierte Sifuna Bereitschaft zum Rücktritt, griff die neue Parteiführung aber scharf an. Er warf ihr vor, seine Autorität untergraben und ihn bei zentralen Entscheidungen nicht konsultiert zu haben.
Der Bruch wurde offenkundig, als die ODM ihre Nationale Delegiertenkonferenz abhielt. Gleichzeitig veranstalteten Sifunas Anhänger, die sich unter dem Banner Linda Mwananchi formiert hatten, eine Gegenveranstaltung. Die parallelen Treffen verdeutlichten die wachsende Spaltung der Partei.
Der Streit hat die ODM zerrissen: Zwei verfeindete Lager kämpfen nun um die Vorherrschaft. Zwar bleibt Omanyos Ernennung zur kommissarischen Generalsekretärin vorerst bestehen, doch Sifunas Widerstand deutet auf weitere Turbulenzen hin. Die internen Querelen könnten die politische Schlagkraft der Partei in einer entscheidenden Phase schwächen.






