Mafia-Prozess in Frankreich: Wie eine Freimaurerloge zum Verbrechersyndikat wurde
Mila VoigtMafia-Prozess in Frankreich: Wie eine Freimaurerloge zum Verbrechersyndikat wurde
In Frankreich hat ein großer Prozess gegen 22 Angeklagte begonnen, denen schwere Straftaten im Zusammenhang mit einer Freimaurerloge vorgeworfen werden. Die Beschuldigten müssen sich unter anderem wegen Mordes, Körperverletzung und Raub verantworten – sie sollen Teil eines mutmaßlichen Mafia-Netzwerks gewesen sein. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die ehemalige Athanor-Loge in Puteaux bei Paris.
Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang nach einem gescheiterten Auftragsmord im Juli 2020. Unter den Angeklagten befinden sich Militärangehörige, Polizisten und Unternehmensführer. Vier Männer – Jean-Luc Bagur, Frédéric Vaglio, Daniel Beaulieu und Sébastien Leroy – gelten als Drahtzieher der kriminellen Machenschaften.
Sébastien Leroy gestand, den Großteil der gewalttätigen Taten der Loge verübt zu haben, von Körperverletzungen bis hin zu Morden. Jean-Luc Bagur soll den Mord an der konkurrierenden Business-Coachin Marie-Hélène Dini für 70.000 Euro in Auftrag gegeben haben. Daniel Beaulieu, eine weitere Schlüsselfigur, versuchte in Untersuchungshaft Suizid zu begehen und lebt seitdem mit Behinderungen, die seine Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.
Dreizehn der Angeklagten müssen bei einer Verurteilung mit lebenslangen Haftstrafen rechnen. Der Prozess soll mindestens drei Monate dauern, in denen die Staatsanwaltschaft ein Geflecht organisierter Kriminalität unter dem Deckmantel der Freimaurerei aufdecken will.
Das Verfahren zählt zu den komplexesten Mafia-Prozessen der jüngeren französischen Geschichte. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen, darunter lebenslange Freiheitsstrafen. Das Urteil wird zeigen, ob die Athanor-Loge als kriminelle Vereinigung getarnt als Freimaurerorganisation operierte.






