Mainz startet 2027 mit der Gelben Tonne – wird das Recycling revolutioniert?
Mila VoigtMainz startet 2027 mit der Gelben Tonne – wird das Recycling revolutioniert?
Mainz führt ab 2027 das neue "Gelbe-Tonne"-System für Verpackungsmüll ein
Ab dem 1. Januar 2027 wird Mainz ein neues System mit der "Gelben Tonne" für Verpackungsabfälle einführen. Die Umstellung ist das Ergebnis jahrelanger Planung, rechtlicher Auseinandersetzungen und Bedenken hinsichtlich der Effizienz der Abfallwirtschaft. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch eine Verringerung des Restmülls und eine Steigerung der Recyclingquoten.
Die Stadt hatte bereits 2019 beschlossen, das "Gelbe-Tonne"-Modell einzuführen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren und das Recycling zu vereinfachen. Ein Verwaltungsgericht stoppte den Beschluss jedoch mit der Begründung, dass eine flächendeckende Holpflicht bestehe. Ohne diese müssten Anwohner die Tonnen selbst an den Straßenrand bringen und nach der Leerung zurückstellen.
In Städten wie Potsdam und Mainz haben ähnliche Systeme bereits Wirkung gezeigt. In Potsdam sank der Restmüll seit 2021 um 15 bis 25 Prozent – von 85 Kilogramm pro Person und Jahr im Jahr 2020 auf 65 Kilogramm bis 2025. Umfragen in Mainz ergaben zudem eine hohe Akzeptanz: 80 bis 90 Prozent der Bürger befürworten die Umstellung. Studien warnen jedoch, dass Tonnensysteme zu mehr Fehlwürfen führen und den Plastiktütenverbrauch möglicherweise nicht wie erhofft senken könnten.
Die Umstellung birgt Herausforderungen. Der aktuelle Entsorgungsvertrag läuft Ende 2024 aus, sodass die Stadt einen neuen Partner suchen muss. Zudem verlängern sich durch das neue System die Fahrten der Müllfahrzeuge, was die Emissionen erhöht. Die dualen Systeme, die für die Verpackungsentsorgung zuständig sind, lehnen zudem den geplanten 14-tägigen Abholrhythmus ab – sie befürchten, dies könnte das Müllaufkommen in der Umwelt verschärfen. Bereits jetzt kommt es in Mainz alle zwei Wochen während der Abholung zu aufgerissenen Säcken und verstreutem Abfall.
Das neue System startet 2027, doch sein Erfolg hängt davon ab, ob rechtliche, logistische und ökologische Hürden überwunden werden. Für Eigentümer könnten zusätzliche Kosten entstehen, während die Stadt für eine reibungslose Umsetzung sorgen muss. Bei erfolgreicher Implementierung könnte die "Gelbe Tonne" den Restmüll deutlich reduzieren – auch wenn frühere Erfahrungen auf gemischte Ergebnisse hindeuten.






