14 April 2026, 00:44

Messerattacke in Kanada: Strafmilderung für Jugendliche löst Empörung aus

Graphik, die die Homicid-Täterschaft nach Alter des Täters und Waffengebrauch von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Messerattacke in Kanada: Strafmilderung für Jugendliche löst Empörung aus

Zwei Jugendliche, die 2019 wegen der Messerattacke auf Paul Prestbakmo, bei der dieser getötet wurde, verurteilt worden waren, haben eine Strafmilderung erhalten. Das Berufungsgericht entschied, dass sie gemäß dem Jugendstrafrecht maximal sieben Jahre verbüßen müssen. Die Entscheidung stößt bei der Familie des Opfers auf scharfe Kritik, die sie als ungerecht und zu milde bezeichnet.

Paul Prestbakmo, 38 Jahre alt, wurde am 16. August 2019 in der Nähe des Semiahmoo-Einkaufszentrums in Surrey, British Columbia, erstochen. Er erlitt innerhalb von nur 26 Sekunden 42 Messerstiche. Seine Schwester, Elizabeth Prestbakmo, erinnert sich an ihn als einen freundlichen, großzügigen und loyalen Menschen.

Die beiden Täter, die zum Zeitpunkt der Tat 15 und 16 Jahre alt waren, wurden des Mordes zweiten Grades für schuldig befunden. Ursprünglich waren sie als Erwachsene zu lebenslanger Haft verurteilt worden, mit einer Mindeststrafe von sieben Jahren vor einer möglichen Bewährung. Doch ihre Verurteilung wurde später im Berufungsverfahren aufgehoben.

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Das Berufungsgericht stützte sich auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Kanadas (Rex v. IM), das eine Verurteilung als Erwachsener für einen Jugendlichen, der des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen worden war, kippte. Im vorliegenden Fall konnte die Anklage nicht zweifelsfrei nachweisen, dass die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Tat die Reife eines Erwachsenen besaßen. Ihre Strafen wurden daher auf das im Jugendstrafgesetz vorgesehene Maximum reduziert: insgesamt sieben Jahre, davon vier Jahre in Haft.

Elizabeth Prestbakmo verurteilte die Entscheidung scharf und nannte sie eine "milde Strafe mit der Hand auf dem Rücken". Sie erwartet, dass die Täter bereits im November – nur vier Jahre nach dem ursprünglichen Urteil – in die Freiheit entlassen werden.

Das Urteil bedeutet, dass die Jugendlichen weniger Zeit absitzen müssen als ursprünglich verhängt. Ihre Entlassung in die Gemeinschaft ist für November 2023 geplant. Der Fall hat die Debatte über Jugendstrafen und die Kriterien für eine erwachsene Strafmündigkeit neu entfacht.

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