Mexikanische Stars widersprechen Chalamet: "Das Theater lebt – und kämpft"
Lina SeidelMexikanische Stars widersprechen Chalamet: "Das Theater lebt – und kämpft"
Zwei führende mexikanische Schauspieler haben sich gegen jüngste Äußerungen von Timothée Chalamet zu Oper und Ballett ausgesprochen. Marina de Tavira und Alberto Estrella kritisierten die Behauptung des US-Stars, das Theater sei nahezu tot. Ihre Stellungnahme fällt in die Zeit der Vorbereitungen für die Wiederaufnahme ihres Stücks Das Mädchen auf dem Altar in Mexiko-Stadt Ende dieses Monats.
Die Inszenierung interpretiert eine griechische Tragödie aus der Perspektive der irischen Dramatikerin Marina Carr neu. Sie setzt sich mit Themen wie geschlechtsspezifischer Gewalt und Rache auseinander und wird ab dem 27. März im Teatro El Galeón Abraham Oceransky wiederaufgeführt.
Der Streit entbrannte, nachdem Chalamet angedeutet hatte, die traditionellen darstellenden Künste würden an Bedeutung verlieren. Estrella wies dies als die Sichtweise einer entfremdeten Generation zurück. Er betonte, dass das Theater – besonders in Mexiko, wo es in den letzten Jahren wachsendes Interesse erfährt – nach wie vor lebendig sei.
De Tavira unterstrich, dass Live-Aufführungen weder durch KI noch durch digitale Medien ersetzt werden könnten. Sie verwies auf die zentrale Figur der Klytaimnestra, die nach der Opferung ihrer Tochter durch ihren Ehemann unsägliches Leid erlebt. Die Handlung erkundet ihren Zorn und ihren Rachedurst – Themen, die reale Probleme wie Femizide widerspiegeln. De Tavira räumte ein, dass die Lösung dieser Herausforderungen langfristige Anstrengungen erfordere.
In Mexiko hat das Theater in den letzten fünf Jahren an Fahrt gewonnen. Spielstätten wie das Teatro El Galeón steigerten die Zuschauerzahlen durch Gemeinschaftsprogramme und digitale Streamings während der Pandemie. Projekte, die traditionelle mexikanische Elemente mit klassischen Werken verbinden, zogen zudem ein jüngeres Publikum an. Diskussionen über kulturelle Inklusion, etwa den Einfluss indigener Traditionen auf Aufführungen, trugen zur breiteren Akzeptanz bei.
Beide Schauspieler kehren nun für eine zweite Spielserie von Das Mädchen auf dem Altar auf die Bühne zurück. Die Themen Gerechtigkeit und Trauma, die das Stück behandelt, finden weiterhin Widerhall und beweisen die anhaltende Kraft des Theaters, Debatten anzuregen.
Die Wiederaufnahme von Das Mädchen auf dem Altar beginnt am 27. März im Teatro El Galeón. Die Kritik von de Tavira und Estrella an Chalamet unterstreicht die Bedeutung des Theaters in der modernen Kultur. Ihre Produktion reiht sich ein in den größeren Trend eines erneuerten Interesses an Live-Aufführungen in ganz Mexiko.






