Mexikos Arbeitsmarkt 2026: Rekordtief bei Arbeitslosigkeit – doch prekäre Jobs dominieren
Mila VoigtMexikos Arbeitsmarkt 2026: Rekordtief bei Arbeitslosigkeit – doch prekäre Jobs dominieren
Mexikos Arbeitsmarkt zeigt zu Beginn des Jahres 2026 gegensätzliche Trends. Während die Arbeitslosigkeit mit rekordverdächtigen 2,4 % den niedrigsten Stand in der OECD erreicht hat, bleibt prekäre Beschäftigung weit verbreitet. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitet im informellen Sektor, und fast vier von zehn Beschäftigten sind von kritischen Arbeitsbedingungen betroffen – ohne stabile Löhne oder Sozialleistungen.
Laut offiziellen Zahlen bleibt der Anteil informeller Arbeit hartnäckig hoch. Von 61,3 Millionen Erwerbstätigen verfügen 55 % weder über formelle Verträge noch über soziale Absicherung. Dieser Wert hat sich seit 2005 kaum verändert und pendelt seither zwischen 55 % und 59 %.
Die Quote kritischer Beschäftigungsbedingungen (TCCO) liegt derzeit bei 38,3 % – ein Anstieg gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 36 % bis 37 %. Das bedeutet, dass Millionen Menschen weiterhin mit Niedriglöhnen, unsicheren Arbeitszeiten oder gefährlichen Arbeitsumfeldern konfrontiert sind. Jüngste Reformen wie höhere Mindestlöhne und gesetzlicher Urlaubsanspruch haben die Situation für Beschäftigte außerhalb des formellen Sektors kaum verbessert.
Auch die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten haben sich verschärft. Frauen sind stärker von Arbeitsplatzunsicherheit betroffen als Männer, was die Lohnlücke weiter vergrößert. Gleichzeitig stößt ein neues Gesetz, das Plattformarbeitenden in der Gig-Economy Arbeitsrechte einräumen soll, auf Hindernisse. Unklare Überprüfungsverfahren und die flexible Natur der digitalen Plattformarbeit erschweren die Umsetzung.
Trotz eines leichten Anstiegs der lohnabhängigen Beschäftigung seit 2005 stagniert die formelle Beschäftigung mit vollen Sozialleistungen. Strukturelle Barrieren verhindern weiterhin den Zugang zu fairen Löhnen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen für große Teile der Erwerbsbevölkerung.
Mexikos niedrige Arbeitslosigkeit überdeckt tiefgreifendere Probleme: Der informelle Sektor dominiert, und fast 40 % der Beschäftigten sind von prekären Verhältnissen betroffen. Ohne eine strengere Durchsetzung der Arbeitsgesetze und eine Ausweitung formeller Arbeitsplätze werden sich diese Missstände voraussichtlich weiter fortsetzen.






